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Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für medizinisches Bibliothekswesen (AGMB)

27.09. bis 29.09.2010, Mainz

Virtuelle Lehrbuchsammlung und E-Books-On-Demand als Facetten der Hybridbibliothek: zwei innovative Services der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien

Meeting Abstract

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  • corresponding author Bruno Bauer - Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien, Österreich

Arbeitsgemeinschaft für medizinisches Bibliothekswesen (AGMB). Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für medizinisches Bibliothekswesen (AGMB). Mainz, 27.-29.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10agmb01

DOI: 10.3205/10agmb01, URN: urn:nbn:de:0183-10agmb016

Veröffentlicht: 2. August 2010

© 2010 Bauer.
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Gliederung

Text

Die Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien ist eine Hybridbibliothek, die über große Bestände an gedruckter bzw. digitaler Literatur verfügt. Um deren Bereitstellung für die Benutzerinnen und Benutzer zu verbessern wird die Informationsinfrastruktur laufend durch Innovationen (in der Vergangenheit: Dokumentenlieferdienst subito, PDA-Projekt u.a.) optimiert. In jüngster Zeit wurden im Rahmen im Universitätslehrgang Library and Information Studies MSc an der Universität Wien zwei Projekte entwickelt und realisiert:

1.
Auf der Basis von WordPress Scriblio wurde mit „Van Swieten Student 2.0“ eine Virtuelle Lehrbuchsammlung aufgebaut, um den Studierenden die im Medizin Curriculum benötigten und von der Universitätsbibliothek angeschafften Medien in einem eigenen Informationsportal anzubieten. Dieses integriert neben dem bibliographischen Nachweis von ca. 300 Titeln (14.000 Einzelmedien) – davon sind ca. 25 Prozent bereits elektronisch verfügbar – auch Elemente des Catalogue Enrichments, E-Volltexte und Web 2.0-Funktionalitäten, wie Social Bookmarking. Das Projekt wurde bewusst auf die Lehrbuchsammlung sowie die Studierenden fokussiert; damit besteht die Möglichkeit, aufbauend auf die Erfahrungen mit dem neuen Angebot – für einen überschaubaren Bestand und eine homogene Benutzergruppe – ein Anforderungsprofil für den künftigen Gesamtkatalog 2.0 zu entwickeln.
2.
Die wertvollen historischen Bestände an der ca. 100.000 Bände umfassenden Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin (u.a. die Josephinische Bibliothek, bestehend aus 10.000 Bänden zwischen 1500 und 1850) waren bisher nur in heterogenen Zettelkatalogen nachgewiesen. Diese wurden 2009/10 im Zuge eines mit der Abteilung für Digitalisierung und elektronische Archivierung der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol umgesetzten Projektes digitalisiert, OCR-gelesen und als Web-Applikation ins Internet gestellt. Zur Qualitätsverbesserung des nunmehr online angebotenen Katalogs sind Nutzerinnen und Nutzer eingeladen, auf Basis eines Web 2.0-Tools Korrekturen online im automatisch erkannten Volltext vorzunehmen Im September 2009 erfolgte der Beitritt der Universitätsbibliothek zur Initiative E-Books on Demand (EOD), einem Netzwerk von europäischen Bibliotheken, das für Interessenten urheberrechtsfreie Bücher einfach und kostengünstig digitalisiert. Das EOD-Service bildet zur Digitalisierung der Zettelkataloge eine optimale Ergänzung, sodass nun nicht nur der Komfort für die Recherche (Stichwort 24/7), sondern auch für die Nutzung der wertvollen medizinhistorischen Bestände deutlich verbessert werden konnte.

Die neuen Angebote – Virtuelle Lehrbuchsammlung bzw. E-Books on Demand – haben dazu beigetragen, die Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien als Hybridbibliothek weiter zu entwickeln. Der Einsatz von Web 2.0-Tools für beide Innovationen hat bereits zu sehr positiver Resonanz aus der bibliothekarischen Fachwelt geführt; um die neuen Services auch bei den Kundinnen und Kunden der Bibliothek stärker zu verankern sind in den nächsten Monaten zunächst Marketing- und in weiterer Folge Evaluierungsmaßnahmen geplant.