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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

16.11. - 18.11.2007, Hannover

Entwicklung einer Online Lernzieldatenbank zur Kartierung eines Curriculums

Vortrag/Lecture

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  • corresponding author Inga Hege - LMU München, Schwerpunkt Medizindidaktik, München, Deutschland
  • author Matthias Siebeck - LMU München, Chirurgische Klinik, München, Deutschland
  • author Katja Radon - LMU München, Institut und Poliklinik für Arbeits-und Umweltmedizin, München, Deutschland
  • author Martin R. Fischer - LMU München, Schwerpunkt Medizindidaktik, München, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Hannover, 16.-18.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gma143

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2007/07gma143.shtml

Veröffentlicht: 14. November 2007

© 2007 Hege et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: Im Rahmen der neuen ärztlichen Approbationsordnung wurde an der Medizinischen Fakultät der Ludwig- Maximilians-Universität (LMU) München in den letzten Jahren das Medizinische Curriculum (MeCuM) grundlegend reformiert. Es wurden neben einer inhaltlichen Umgestaltung der Kursinhalte mit Modulen und fachbezogenen Blöcken auch "neue" Lehrmethoden wie zum Beispiel Problem-orientiertes Lernen (POL) oder E-Learning verstärkt integriert [1].

Von jedem Fachgebiet bzw. Modul werden Lernziele formuliert, die allerdings nicht einheitlich strukturiert sind. Es gibt dadurch bisher keine Kontrolle darüber, ob alle relevanten Lernziele gelehrt werden, ob Redundanzen vorhanden sind und ob diese gewollt sind oder Planungsfehler darstellen. Es gibt darüber hinaus keine Gesamtdarstellung über die Lernziele des Curriculums und darüber, welche Prüfungsinhalte wo gelehrt wurden.

Diese sowie viele weitere Fragen können durch eine Kartierung des Curriculums beantwortet werden. Eine solche Kartierung befasst sich damit, was gelehrt wird, wie und wann es gelehrt und mit welchen Messinstrumenten der Lernerfolg überprüft wird. Zusammenhänge und Verbindungen zwischen den einzelnen Teilen des Curriculums können so abgebildet werden [2].

Daher soll eine einheitliche Datenbank mit den Lernzielen aller medizinischen Fachgebiete aufgebaut werden, in der alle Veranstaltungen und E-Learning Angebote des Curriculums mit Lernzielen versehen werden.

Umsetzung: Für die verantwortlichen Unterrichtenden und Curriculumsplaner wurde ein Planungsinstrument zur Kartierung der Lernziele des Curriculums entwickelt [3]. Die Applikation basiert auf Java Servlets, die Daten werden in einer Oracle Datenbank gespeichert und die Kommunikation zwischen Datenbank und Applikation wurde mit Hibernate http://www.hibernate.org implementiert.

Mit Hilfe einer einfachen Eingabemaske können die Dozenten ihre Veranstaltungen bzw. Lehrressourcen jeglicher Form eingeben.

Ihre spezifischen Lernziele können sie in halb-standardisierter Form eingegeben und mit Einträgen aus Lernzielkatalogen (Hamburger Lernzielkatalog http://www.uke.uni-hamburg.de/studierende/downloads/zg-studierende/Hamburger-Lernzielkatalog_2006-10-01.pdf, Gegenstandskatalog des IMPP http://www.impp.de/pdf/gk2neu.pdf) verknüpfen. Das Konzept zur Eingabe der Lernziele basiert im Wesentlichen auf dem Mager Modell [4]. Die Integration der Lernzielkataloge dient zur Standardisierung; dadurch kann eine Aussage darüber gemacht werden, ob Lernziele aus den Katalogen mehrfach oder gar nicht in ihrem Curriculum abgebildet sind. Mit der Erfassung von inhaltlichen Voraussetzungen können auch zeitliche Inkonsistenzen aufgedeckt werden.

Die Veranstaltungen können über diverse Modifizierungsmöglichkeiten mit den Lernzielen verknüpft werden. Damit wird der Kontext festgelegt, in dem die Lernziele zu einer Veranstaltung stehen.

Ausblick: In Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeits- und Umweltmedizin an der LMU wurde im Wintersemester 06/07 eine Pilotstudie durchgeführt. Dabei wurden die Curricula in Arbeits- und Umweltmedizin kartiert und anschliessend analysiert. Die Ergebnisse und möglichen Änderungen werden derzeit diskutiert.

Die Kartierung und anschliessende Analyse läuft derzeit auch in weiteren Fächern wie Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie.

Für die Weiterentwicklung der Lernzieldatenbank zeigten sich wichtige Aspekte, wie z.B. eine Modifizierungsmöglichkeit der Verknüpfung von spezifischem Lernziel und Katalogeintrag. Außerdem sind Änderungen und Ergänzungen an den zugrunde gelegten Lernzielkatalogen nötig.

Den Studierenden soll es nach vollständiger Erfassung der Veranstaltungen eines Fachbereichs ermöglicht werden, die Lernziele zu einer Veranstaltung sowie die zugrunde gelegten Lernzielkataloge einzusehen. Dies soll eine effektivere Vorbereitung unterstützen [5], [6].

Dank gilt Prof. G. Schlageter und B. Feldmann, Fakultät für Mathematik und Informatik, Lehrgebiet Praktische Informatik I an der Fernuniversität Hagen für die Betreuung der Masterarbeit in dessen Rahmen die Applikation zur Lernzielkartierung entstanden ist.


Literatur

1.
Putz R. Das Münchner Reformmodell des Medizinstudiums - Eine grosse Universität bewegt sich! Med Ausb. 2002;19(2):158-162.
2.
Harden RM. AMEE Guide No. 21: Curriculum mapping: a tool for transparent and authentic teaching and learning. Med Teach. 2001;23(2):123-137.
3.
Hege I. Konzeption und Erstellung einer webbasierten Lernzieldatenbank, Masterarbeit von I. Hege an der Fernuniversität Hagen. Hagen; Fernuniversität; 2006.
4.
Mager R. Preparing Instructional Objectives. Palo Alto, CA: Fearon Publishers; 1962.
5.
Florida State University. Information about behavioral objectives and how to write them. Florida: State University. Zugänglich unter: http://med.fsu.edu/education/FacultyDevelopment/objectives.asp.
6.
Wyte C. Effect of learning objectives on the performance of students and interns rotating through an emergency departement. Acad Med. 1985;70(12):1145-1146.