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Annual Meeting of the Society of the Ophthalmologists of Saxony

Sächsische Augenärztliche Gesellschaft

26. - 27.11.2010, Dresden

Hornhaut-Quervernetzung

Meeting Abstract

  • Rudolf F. Guthoff - Rostock, Deutschland
  • M. Hovakimyan - Rostock, Deutschland
  • O. Stachs - Rostock, Deutschland
  • A. Zhivov - Rostock, Deutschland
  • S. Knappe - Rostock, Deutschland

Sächsische Augenärztliche Gesellschaft. Jahrestagung 2010 der Sächsischen Augenärztlichen Gesellschaft. Dresden, 26.-27.11.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10sag44

DOI: 10.3205/10sag44, URN: urn:nbn:de:0183-10sag440

Published: November 24, 2010

© 2010 Guthoff et al.
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Kollagen-Quervernetzung mit Riboflavin und anschließender 30-minütiger Applikation von UV-Licht ist eine Methode für die biomechanische Stabilisierung der Hornhaut. Die Quervernetzung der Hornhaut ist beim progressiven Keratokonus mittlerweile das Mittel der Wahl und sollte Standardbehandlung auch in frühen Stadien des Keratokonus werden. Die Behandlung mittels Quervernetzung gewinnt an zunehmendem Interesse und wird in Zukunft auch mit refraktiven Korrekturen kombiniert werden.

Im Rahmen unserer Untersuchungen wurden Prozesse, die im Hornhautstroma nach der Quervernetzung stattfinden, untersucht. Dabei wurden verschiedene Techniken kombiniert, um die zellulären und extra-zellulären Veränderungen im Stroma während der gesamten Dauer der Wundheilung morphologisch und phänomenologisch zu untersuchen.

Die Hornhäute wurden nach verschiedenen postoperativen Zeitpunkten nicht-invasiv mittels in vivo-Laser-scanning Mikroskopie (CLSM) untersucht (HRT/II Rostock Cornea Modul). Nach Augenentnahme wurden die 2-Photonenmikroskopie, die Elektronenmikroskopie und die Immunhistochemie durchgeführt. Es wurde eine positive Korrelation zwischen mit verschiedenen Imaging-Techniken erhaltenen Ergebnissen festgestellt. Wir konnten zeigen, dass die hyperreflektiven sternförmigen Strukturen, die kurz nach Quervernetzung im anterioren Stroma in in vivo-CLSM zu sehen sind, nicht sogenannte „aktivierte“ Keratozyten sind, sondern Reste der abgestorbenen Keratozyten. Dies konnte histologisch und elektronmikroskopisch nachgewiesen werden.

Auch die 2-Photonenmikroskopie hat im anterioren Stroma kein NADPH-Signal, d.h. keine lebendigen Zellen identifizieren können.

Die länglichen hyperreflektiven Strukturen im posterioren Stroma wurden ebenfalls untersucht und als „aktivierte“ Keratozyten erkannt. Diese Zellen zeigten eine Elongierung und Vergrößerung im Vergleich mit ruhenden Keratozyten im in vivo CLSM-Bild und auch in der 2-Photonenmikroskopie. Darüber hinaus hat die Immunhistochemie eine sehr starke Expression vom proliferativen Marker Ki-67 gezeigt, was für eine „Aktivierung“ spricht.

Zusammenfassend kann es gesagt werden, dass nur eine Kombination verschiedener Imaging-Techniken eine spezifische Untersuchung möglicher Prozesse in Keratozyten und in der extrazellulären Matrix ermöglicht.