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174. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

27.01. - 28.01.2012, Essen

Rationale perioperative Antibiotikaprophylaxe

Meeting Abstract

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  • T. Neß - Freiburg i. Br.

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. 174. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. Essen, 27.-28.01.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12rwa51

DOI: 10.3205/12rwa51, URN: urn:nbn:de:0183-12rwa513

Published: January 26, 2012

© 2012 Neß.
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Ziel einer perioperativen Prophylaxe bei intraokularen Eingriffen, insbesondere der Cataractoperation, ist die Verhinderung einer Endophthalmitis. Diese ist Folge einer intraokularen Besiedelung mit Bakterien oder Pilzen, die in den meisten Fällen aus der ortsständigen Flora des Patienten stammen. Die ESCRS (European Society of Cataract and Refractive Surgery) hat auf der Basis einer multizentrischen, teilweise verblindeten und Placebo kontrollierten Studie eine Leitlinie zur Endophthalmitis-prophylaxe bei Kataraktoperationen veröffentlicht, deren Empfehlungen in vielen Punkten den eigenen Studienergebnissen widersprechen. So wird die prä- und postoperative Gabe von topischen Antibiotika (Levofloxacin) empfohlen, obwohl die Studienergebnisse in diesem Punkt keinen statistisch signifikanten Vorteil ergaben. Die intracamerale Gabe von Cefuroxim kann aufgrund des unzureichenden Studiendesigns (keine Verblindung und Randomisierung) nicht abschließend beurteilt werden. Einige theoretische Aspekte lassen den Nutzen zweifelhaft erscheinen: Der Effekt ist nur kurz und das antimikrobielle Spektrum von Cefuroxim begrenzt . In Tierversuchen hatte selbst eine kontinuierliche konstante Antibiotika-Gabe über Stunden keinen prophylaktischen Nutzen. Andere Empfehlungen aus der Leitlinie, wie die präoperative Desinfektion der Bindehaut und der umgebenden Haut mit PVP Jod, ein steriles Operieren und die Verwendung von Injektoren für die Intraokularlinsenimplantation sind dagegen in Studien effektiv gewesen.