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173. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

04.02. - 05.02.2011, Münster

Der prognostische Wert der Dakryozystographie für den Erfolg von Tränenwegsoperationen

Meeting Abstract

  • K. Spaniol - Düsseldorf; Münster
  • V. Prokosch - Düsseldorf; Münster
  • M. Pavlidis - Düsseldorf; Münster
  • T. Stupp - Düsseldorf; Münster

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. 173. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. Münster, 04.-05.02.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11rwa87

DOI: 10.3205/11rwa87, URN: urn:nbn:de:0183-11rwa872

Published: February 2, 2011

© 2011 Spaniol et al.
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Hintergrund: Die Dakryozystographie (DCG) ist die Methode der Wahl in der Diagnostik von Tränenwegstenosen. In dieser Studie wurde der Einfluss der präoperativen DCG auf den Erfolg von Tränenwegsoperationen (Tränenwegsspülung mit -schlauchintubation, endoskopische Microdrill-Dakryoplastik (TWE) und Dakryozystorhinostomie (DCR)) evaluiert, um genauere Aussagen über die Erfolgschancen und Eignung der jeweiligen tränenwegschirurgischen Verfahren machen zu können.

Methoden: Es wurden 145 Patienten (Durchschnittsalter 60 Jahre; 32% männlich) mit postsaccaler Tränenwegsstenose analysiert, bei denen im Jahr 2002 im Universitätsklinikum Münster eine Tränenwegsoperation durchgeführt wurde. Die Patientenparameter (Alter, Geschlecht, präoperative Beschwerdedauer, Tränensackfläche und Operationsverfahren) wurden retrospektiv aufgeschlüsselt. Die Tränensackfläche wurde dabei anhand der präoperativen DCG bei jedem Patienten berechnet. Die patientenspezifischen Einflussfaktoren und die prognostische Aussagekraft der Tränensackfläche wurden im Hinblick auf den Langzeiterfolg der Operationen statistisch ausgewertet. Als Erfolgskriterium galt eine Beschwerdefreiheit und freie Spülbarkeit der Tränenwege des jeweiligen Patienten bei Kontrollen nach 24–36 Monaten.

Ergebnisse: Die besten Langzeitergebnisse (Operationserfolg von durchschnittlich 79%) zeigten sich nach DCR. Es profitierten hier insbesondere ältere Patienten. Eine präoperativ große Tränensackfläche erwies sich als prognostisch günstig auf den Operationserfolg nach DCR (p=0,001). Die mittlere im Röntgenbild ermittelte Tränensackfläche betrug 18mm2.

Schlussfolgerungen: Die TWE und DCR sind erfolgreiche Verfahren zur Behandlung von Tränenwegsstenosen. Die DCR stellt insbesondere in höherem Lebensalter die erfolgreichste Methode dar während jüngere Patienten von einer TWE profitieren. Ein in der DCG großflächig imponierender Tränensack ist ein positiv prognostischer Marker für den Langzeiterfolg der DCR.