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172. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

29.01. - 30.01.2010, Bonn

Epigenetik der Glaukome

Meeting Abstract

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  • Anselm G.M. Jünemann - Erlangen

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. 172. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. Bonn, 29.-30.01.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10rwa05

DOI: 10.3205/10rwa05, URN: urn:nbn:de:0183-10rwa059

Published: March 10, 2010

© 2010 Jünemann.
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Ziel: Das Ausmaß der DNA-Methylierung korreliert in der Regel positiv mit dem Ausmaß der Gen-Inaktivierung. Die Änderung des vererbten Methylierungsmusters der DNA kann zu Veränderungen der Chromatinstruktur und der Genexpression und hierdurch zu chronischen Erkrankungen führen. In der vorliegenden Studie wurde bei Patienten mit Offenwinkelglaukomen die globale DNA-Methylierung untersucht.

Patienten und Methode: 59 Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom (POWG, Alter: 68 (SD 8) Jahre), 54 Patienten mit sekundärem Offenwinkelglaukom bei Pseudoexfoliationssyndrom (PEXG, Alter: 72 (SD 8) Jahre) und 53 Patienten mit Katarakt als Kontrollen (Alter: 69 (SD 11) Jahre) wurden in die Studie eingeschlossen. Die gesamte DNA wurde aus gefrorenem EDTA-Blut mittels QIAmp DNA Blood Mini Kit (Qiagen) extrahiert. Der globale Methylatierungsstatus [DNA methylation in %, 1-(HpaII/MspI)] wurde mit einem modifziertem nicht radioaktivem Assay nach Pogribny et al. (1999) bestimmt. Statistik: Der Vergleich erfolgte mit dem Mann-Whitney-Test (2-seitig), die Ergebnisse sind als Mittelwert mit Standardabweichung (SD) dargestellt. Ein p-Wert kleiner als 0.05 gilt als signifikant.

Ergebnisse: Patienten mit POWG zeigten eines signifikant höhere genomische DNA-Methylierung (in %) 1-(HpaII/MspI) in den peripheren mononukleären Zellen (68%, SD 18; U=868, Z=–2.79, p=0.005) als die gesunden Kontrollen (55%, SD 24). Patienten mit PEXG wiesen keine veränderte genomische DNA-Methylierung auf (55%, SD 17; U=1049, Z=–0.57, p=0.57). Der Unterschied in der DNA-Methylierung zwischen POWG PEXG betrug somit exakt 13% der methylierten HpaII/MspI Restriktionsstellen.

Schlussfolgerungen: Da die Methylierung der DNA einen wichtigen epigenetischen Faktor bei der Regulation der Genexpression darstellt, weisen die Ergebnisse dieser Studie möglicherweise auf eine Störung der epigenetischen Kontrolle bei Patienten mit POWG hin. Weitere Gen-spezifische Studien sind notwendig, um die Unterschiede zwischen POWG und PEXG zu klären.