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24rd Annual Meeting of the German Retina Society

German Retina Society

17.06. - 18.06.2011, Aachen

Makuläre Teleangiektasien – eine Erkrankung der Müller Zellen?

Kongressabstract

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  • Daniel Pauleikhoff - Augenabteilung, St. Franziskus-Hospital Münster
  • M. Zeimer - Augenabteilung, St. Franziskus-Hospital Münster

German Retina Society. 24th Annual Conference of the German Retina Society. Aachen, 17.-18.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11rg49

DOI: 10.3205/11rg49, URN: urn:nbn:de:0183-11rg497

Published: June 15, 2011

© 2011 Pauleikhoff et al.
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Hintergrund: Mit verschiedenen bildgebenden Verfahren können progrediente Veränderungen im Bereich der Makula bei MacTel-Patienten beobachtet werden. Hierbei sind im Fluoreszenzangiogramm (FA) Dilatationen und Anfärbungen in der tiefen Kapillarschicht sichtbar, in Analysen des Makulären Pigments (MP) Verteilungsmuster dieser Substanzen in den inneren Netzhautschichten und im SD-OCT morphologische Veränderungen. Eine Korrelation dieser bildgebenden Verfahren ermöglicht genaue Parameter zur Stadieneinteilung und Verlaufbeobachtung bei Therapiestudien sowie die Testung pathogenetischer Konzepte.

Methode: Bei 80 Augen (40 Patienten) wurden die FA (früh und spät), MP-Verteilungsmuster (2-Wellenlängen-Autofluoreszenz) und SD-OCT-Veränderungen analysiert und bezüglich ihrer Lokalisation temporal der Fovea, nasal der Fovea und subfoveale Einbeziehung klassifiziert. Diese Veränderungen der verschiedenen Verfahren wurden statistisch bezüglich ihrer Korrelation im Ausprägungsgrad statistisch verglichen.

Ergebnisse: Es fand sich eine sehr gute Symmetrie der jeweiligen Veränderungen. Ferner zeigte sich eine gute Korrelation im Ausbreitungsgrad besonders zwischen der FA und MP-Verteilung. Demgegenüber waren die SD-OCT Veränderungen (Zysten in der inneren oder äußeren Netzhaut, Unterbrechung der IS/OS-Junction) nur bedingt mit den anderen Veränderungen korreliert, waren aber bezüglich der Krankheitsprogression am besten quantifizierbar.

Schlussfolgerung: Für die Beurteilung des Ausprägungsgrads der Krankheit ist deshalb die FA und MP-Verteilung am aussagekräftigsten, während SD-OCT Veränderungen als Therapieparameter am sinnhaftesten erscheinen. Ferner unterstützen diese Ergebnisse das pathogenetische Konzept, dass die MacTel-Patienten an Veränderungen der Müllerzellen leiden, die eine neurodegenerative Erkrankung verursachen, die durch die veränderete Aktivität der Müllerzellen zum einen zu Gefäßveränderungen in der tiefen perifoveolären Kapillarschicht führen, aber auch den Transport und die Verteilun des MP negativ beeinflussen und zudem besonders zum Untergang von perifoveolären Photorezeptoren führen. Ein neuroprotektiver Therapieansatz erscheint deshalb erfolgsversprechend.