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60. Jahrestagung der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (NDGKJ)

Norddeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V.

13.05. - 15.05.2011, Braunschweig

Fieberassoziierte transiente Mitralklappeninsuffizienz als Komplikation einer Coxsackie-Infektion

Meeting Abstract

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  • A.-R. Im - Abteilung für Pädiatrie, Krankenhaus und Herzzentrum Brandenburg in Bernau, Bernau
  • S. Dia - Abteilung für Pädiatrie, Krankenhaus und Herzzentrum Brandenburg in Bernau, Bernau
  • M. Botsch - Abteilung für Pädiatrie, Krankenhaus und Herzzentrum Brandenburg in Bernau, Bernau

Norddeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. 60. Jahrestagung der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Braunschweig, 13.-15.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11ndgkjPO-17

DOI: 10.3205/11ndgkj19, URN: urn:nbn:de:0183-11ndgkj199

Published: May 2, 2011

© 2011 Im et al.
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Einleitung: Neu aufgetretene Herzgeräusche im Rahmen fieberhafter Infekte sprechen für eine akute Endokarditis. Wir berichten von einem Fall, in dem eine Infektion mit Coxsackie-Virus zu einer myokardialen Beteiligung mit zweitgradiger Klappeninsuffizienz führte, die bei Ausheilung vollständig regredient war.

Hintergrund: Neben der Endokarditis, bei der es zu einer bakteriellen Besiedlung der Klappensegel mit konsekutiver Destruktion kommt, können virale Infekte zu Myokarditiden führen. Das klinische Bild wird von Herzrhythmusstörungen, linksventrikulärer Dilatation, globaler Hypokinesie oder fulminanter Herzinsuffizienz geprägt. Berichte über isolierte, voll reversible Mitralklappeninsuffizienzen bei echokardiographisch nachgewiesener guter Myokardkontraktilität finden sich in der Literatur nicht.

Fallbericht: Ambulante Vorstellung eines 2-jährigen Jungen mit fieberhaftem Infekt, Beginn einer antibiotischen Therapie. Bei erneutem Auffiebern und Auskultation eines Herzgeräusches erfolgt Einweisung bei hochgradigem Verdacht auf Endokarditis. Echokardiographischer Nachweis einer Mitralinsuffizienz II.° und eines geringen Perikardergusses bei visuell unbeeinträchtigter Kontraktilität. Bei gering erhöhten Entzündungsparametern und negativer Blutkultur zunächst zurückhaltende Haltung und Pausieren der Antibiose. Anschließend spontane Entfieberung mit rückläufigen Entzündungsparametern. Kontrolle der Echokardiographie 10 Tage später ergibt Remission der Klappeninsuffizienz. Serologisch ist eine Coxsackie-Infektion nachgewiesen.

Diskussion: Aufgrund des klinischen Verlaufes und der Laborparameter kann eine bakterielle Endokarditis ausgeschlossen werden. Wir gehen von einer Coxsackie-Infektion aus, die zu einer kardialen Mitbeteiligung mit den wesentlichen Symptomen einer Klappeninsuffizienz und bei Ausheilung zur spontanen Remission geführt hat. Unklar bleibt weiterhin, welcher Genese die reversible Klappeninsuffizienz ist. Veränderungen im Kontraktilitätsmuster oder Störungen in der Erregungsleitung erscheinen als Ursache möglich.

Schlussfolgerung: Bei fieberhaften Infekten neu aufgetretene Klappeninsuffizienzen können neben einer Endokarditis Symptome eines Virusinfektes mit kardialer Beteiligung sein und spontane Heilung zeigen. Weitere Untersuchungen unter Einschluß der Gewebedoppler- und MRT-Technik sind notwendig, um Aufschluß über die Pathogenese der transienten Mitralklappeninsuffizienz im akuten Stadium zu liefern.