gms | German Medical Science

2. Kooperationsforum Intelligente Objekte und Mobile Informationssysteme im Gesundheitswesen

Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS

03.05. - 04.05.2011, Erlangen

LiKeIT – Lifestyle-Monitoring für ältere Menschen

Meeting Contribution

Search Medline for

  • corresponding author Mario Drobics - AIT Austrian Institute of Technology GmbH, Safety & Security Department, eHealth & AAL, Wien, Österreich
  • author Angelika Dohr - AIT Austrian Institute of Technology GmbH, Safety & Security Department, eHealth & AAL, Graz, Österreich
  • author Günter Schreier - AIT Austrian Institute of Technology GmbH, Safety & Security Department, eHealth & AAL, Graz, Österreich

2. Kooperationsforum Intelligente Objekte und Mobile Informationssysteme im Gesundheitswesen. Erlangen, 03.-04.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc11iis03

DOI: 10.3205/11iis03, URN: urn:nbn:de:0183-11iis032

Published: May 3, 2012

© 2012 Drobics et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Überblick

Das Projekt „LiKeIT“ fokussiert auf die Zielgruppe der älteren Menschen, die noch in der Lage sind, Aktivitäten alleine und bewusst durchzuführen (Go-Goes) sowie auf ältere Menschen, die nur mehr eingeschränkt in der Lage sind, den Alltag alleine zu bewältigen (Slow-Goes) [1].

Ein aktives Lebensstil-Management kann zur Steigerung des Wohlbefinden und der Unabhängigkeit dieser Menschen beitragen [2]. Dieses Lebensstil-Management muss unterschiedliche Faktoren wie Gesundheit, Medikation, Ernährung & Trinkverhalten, Aktivität und Sicherheit berücksichtigen, um durch entsprechende Intervention die Sicherheit und das Wohlbefinden im täglichen Leben zu erhöhen. Ziel des Projektes ist eine aktivere Gestaltung des Alltags durch Rückmeldungen über Ess- und Trinkverhalten, sowie körperlicher Aktivität und physiologischer Parameter wie beispielsweise Blutdruck oder Körpergewicht.

Dabei stößt die Anwendbarkeit von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) bei älteren Menschen durch die speziellen physischen und kognitiven Eigenschaften der Zielpersonen jedoch an ihre Grenzen. Damit eine passende Applikation, die von den Endanwendern auch akzeptiert wird, entwickelt werden kann, müssen diese frühzeitig in die Planung und den Entwicklungsprozess mit einbezogen werden und die verwendete IKT Infrastruktur muss in jeder Art von Haushalt, auch ohne Internetanschluss, anwendbar sein.

Im Projekt „LiKeIT“ wurden die Anforderungen gemeinsam mit Stakeholdern und Endanwendern in Workshops und Fokusgruppen-Treffen entwickelt. Die daraus resultierende Systemarchitektur berücksichtigt sowohl die technischen Möglichkeiten als auch den Input der Zielgruppe.

Systemarchitektur

Als primäres Interface zum älteren Menschen dient ein Android-Tablet-PC mit einem Touchdisplay. Dieses Tablet dient einerseits zur Erfassung des Ess- und Trinkverhalten, sowie von Aktivität durch Berühren der entsprechenden Symbole (Abbildung 1 [Abb. 1]). Andererseits wird der Benutzer über seinen derzeitigen Lebensstil informiert und es werden individuelle Informationen und Hinweise zu einem gesunden Lebensstil dargestellt. Um den Tablet-PC so gut wie möglich in die eigenen vier Wände der Zielgruppe integrieren zu können, dient er als auch als elektronischer Bilderrahmen.

Um eine einfache und flexible Datenerfassung zu ermöglichen, werden einzelne intelligente Objekte/Sensoren flexibel miteinander vernetzt. Neben dem schon erwähnten Tablet kommen eine eigens entwickelte Sensorbox sowie ein mobiler Transmitter, welche über WLAN miteinander vernetzt sind, zum Einsatz. Sowohl die Sensorbox, als auch der mobile Transmitter unterstützen dabei Radio Frequency Identification Tags (RFID) und Near Field Communication Protokolle (NFC), um ubiquitär und transparent Daten zu erfassen. Die Sensorbox ist dabei speziell zur Erfassung von Zutrittsdaten, Aktivitäten im Haushalt, etc. ausgelegt. Dabei werden physikalische Veränderungen (öffnen/schließen) über RFID Sensoren detektiert, welche an charakteristischen Stellen im Haushalt angebracht werden. Zu diesen Stellen zählen z.B. der Kühlschrank, der Aufschluss über den Appetit geben kann, oder die Wohnungs- oder Hauseingangstür, die Rückschlusse auf soziale Verhaltensweisen oder Aktivität geben kann. Zusätzlich dient der mobile Transmitter zur Erfassung von Gesundheitsdaten von NFC-fähigen Messgeräten. Derzeit sind ein Blutdruckmessgerät sowie eine entsprechende Waage im Einsatz.

Um in weiterer Folge eine Integration in spezifische Pflege- und Versorgungsprozesse zu ermöglichen, werden die gesammelten Daten auch an eine Web-Datenbank übermittelt. Von dort können unterschiedliche Dienstanbieter über spezielle Interfaces nach Zustimmung der Betroffenen kontrolliert auf diese Daten zugreifen. Dadurch können beispielsweise Ernährungs- und Bewegungsprogramme gezielter vorbereitet werden, oder Familienangehörige in den Prozess integriert werden.

Zusammenfassung

Die entwickelte Plattform stellt somit eine flexible Basis für ein aktives Lebensstil-Management dar und wächst mit dem (Gesundheits-) Zustand und dem Wohlbefinden des Kunden mit, ohne ihn zu überfordern oder ihm für ihn wichtige und gesunde Tätigkeiten des täglichen Lebens unnötig abzunehmen.

Danksagung

Das Projekt LiKeIT wird im Rahmen des Förderprogramms benefit von FFG und BMVIT gefördert. Projektpartner sind neben dem AIT Austrian Institute of Technology noch die TAGnology RFID GmbH sowie die ilogs, information logistics GmbH.


Literatur

1.
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie. Programm benefit – Programmlinie "Demografischer Wandel als Chance". Wien: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (Abteilung III/I 5 Informations- und Nanotechnologien, Raumfahrt. Renngasse 5, 1010 Wien); 2008.
2.
Petrella RJ, Pedersen L, Cunningham DA, et al. Physician contact with older community patients: Is there an association with physical fitness? Prev Med.1999;29(6 Pt 1): 571-6.