gms | German Medical Science

11. Symposium Health Technology Assessment

Deutsche Agentur für HTA des DIMDI – DAHTA

17. - 18.03.2011, Köln

Effektivität von Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit von Pflegepersonal

Meeting Abstract

  • Barbara Buchberger - Lehrstuhl Medizinmanagement, Universität Duisburg-Essen, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Essen
  • Romy Heymann - Lehrstuhl Medizinmanagement, Universität Duisburg-Essen, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Essen
  • Natalie Pomorin - Lehrstuhl Medizinmanagement, Universität Duisburg-Essen, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Essen
  • Katharina Friepörtner - Lehrstuhl Medizinmanagement, Universität Duisburg-Essen, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Essen
  • Hendrik Huppertz - Lehrstuhl Medizinmanagement, Universität Duisburg-Essen, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Essen
  • Philipp Geer - Lehrstuhl Medizinmanagement, Universität Duisburg-Essen, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Essen
  • Jürgen Wasem - Lehrstuhl Medizinmanagement, Universität Duisburg-Essen, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Essen

11. Symposium Health Technology Assessment. Köln, 17.-18.03.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hta22

DOI: 10.3205/11hta22, URN: urn:nbn:de:0183-11hta223

Published: March 16, 2011

© 2011 Buchberger et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Abstract

Hintergrund: Dem wachsenden Anteil von Betagten und Hochbetagten an der Gesellschaft mit entsprechendem Pflegebedarf stehen älter werdende Belegschaften und Personalabbau im Pflegebereich gegenüber, in dem Beschäftigte hohen beruflichen Belastungsfaktoren ausgesetzt sind. Maßnahmen der BGF stellen eine Möglichkeit zur Verbesserung von Verhältnissen und Verhaltensweisen dar.

Methoden: In 32 Datenbanken wird eine systematische Literaturrecherche nach englisch- und deutschsprachigen Publikationen seit 1990 durchgeführt. Darüber hinaus erfolgt eine Internet-Recherche und Sichtung der Referenzlisten identifizierter Publikationen. Die Literaturauswahl wird entsprechend der Ein- und Ausschlusskriterien von zwei unabhängigen Gutachtern getroffen. Datenextraktion und Evidenztabellen werden von einem Zweitgutachter überprüft, wie auch die Bewertung des Verzerrungspotentials anhand des Risk of bias tool der Cochrane Collaboration.

Ergebnisse: Durch die Recherchen wurden elf Interventionsstudien und zwei systematische Übersichtsarbeiten identifiziert. In drei randomisierten kontrollierten Studien (RCT) und einer kontrollierten Studie ohne Randomisierung (CCT) wurden Maßnahmen zur Verbesserung der physischen Gesundheit untersucht, in vier RCT und zwei CCT Maßnahmen zur Verbesserung der psychischen Gesundheit und in einem RCT Maßnahmen zu physischer und psychischer Gesundheit. Die Dauer der Studien reichte von vier Wochen bis zu zwei Jahren und die Anzahl eingeschlossener Teilnehmer von 20 bis 345, im Median 56. Interventionen und Studienpopulationen waren überwiegend heterogen. Maßnahmen zur Verbesserung der körperlichen Gesundheit führten in drei Studien hinsichtlich von Beschwerden sowie Kraft und Beweglichkeit zu Veränderungen mit statistisch signifikanten Gruppenunterschieden. Aktive Teilnehmer an Interventionen zur Verbesserung der psychischen Gesundheit konnten mit statistisch signifikanten Gruppenunterschieden von einer geringeren Einnahme von Analgetika, besserem Umgang mit beruflich bedingtem Stress und Arbeitsbelastungen, einer verbesserten Kommunikationsfähigkeit und beruflicher Weiterbildung profitieren.

Diskussion: Die überwiegend kleinen bis sehr kleinen Populationen, ein hohes Verzerrungspotential und eine schlechte Berichtsqualität schränken die Aussagekraft der Studienergebnisse stark ein. Eine Vergleichbarkeit der Resultate ist sowohl aufgrund der Heterogenität der Interventionsmaßnahmen und Studienpopulationen mit verschiedensten Spezialisierungen als auch infolge der unterschiedlich langen Studiendauern und Nachbeobachtungsphasen wenig sinnvoll.

Schlussfolgerungen: Weitere Forschungsarbeiten mit größeren Stichproben, ausreichend langen Studiendauern und Nachbeobachtungsphasen, einem geringeren Verzerrungspotential durch Einhaltung relevanter Qualitätskriterien und mit einer besseren Berichtsqualität sind notwendig.