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95th Annual Meeting of the Southwest German Association of Otorhinolaryngologists

16. - 17.09.2011, Heidelberg

Die Nebenwirkung von Captopril auf den Geschmack und die Schleimhaut der Mundhöhle

Meeting Abstract

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Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte. 95. Jahrestagung der Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte. Heidelberg, 16.-17.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnosw21

DOI: 10.3205/11hnosw21, URN: urn:nbn:de:0183-11hnosw217

Published: July 11, 2011

© 2011 Pavlidis et al.
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Hintergrund: Geschmackstörungen treten auch bei Patienten auf, die unter Diabetes mellitus leiden. Die vorliegende Studie wurde durchgeführt, um mögliche Änderungen in elektrogustometrischen und chemogustometrischen Schwellen und in der Form, Dichte und Vaskularisation der fungiformen Papillen (FP) zu erkennen.

Methoden: Die Studie wurde an 8 Nichtraucher-Probanden, die mit Captopril als Monotherapie behandelt werden (50 mg 1mal täglich), durchgeführt. Es erfolgte eine elektrogustometrische (Electrogustometer TR-06, Sensonics USA) und chemogustometrische Schwellenbestimung (Taste-Strips, Burghart GmbH, Deutschland) sowie die Erfassung der Morphologie und Dichte der fungiformen Papillen (FP) an der Zungenspitze. Dabei wurden auch Form und Gefäßversorgung der fungiformen Papillen mit Hilfe der Kontakt-Endoskopie untersucht und entsprechend der Neogro-Klassifikation kategorisiert.

Ergebnisse: Elektrogustometrische und chemogustometrische Schwellen der erkrankten Patienten waren viel höher als die der gesunden Teilnehmer. Es wurde eine deutliche Änderung in der Form, Vascularization und Dichte von fungiformen Papillen der ersten Gruppe festgestellt.

Schlussfolgerung: Der Grund der Geschmackbeeinträchtigung bei Captopril ist unbekannt. In der jetzigen Untersuchung konnte ein Zusammenhang zwischen morphologischen und funktionellen Veränderungen in der Geschmacksrezeption von Patienten, die als Monotherapie Captopril bekommen, nachgewiesen werden. Insoweit wir wissen, ist es die erste Studie, die Daten bezuglich EGM-Schwellen und Befunde mittels KE liefert.


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