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95th Annual Meeting of the Southwest German Association of Otorhinolaryngologists

16. - 17.09.2011, Heidelberg

Zur Rolle des HNO-Arztes in der Diagnostik Maligner Lymphome

Meeting Abstract

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  • author Sandra Müller - Siloah St. Trudpert Klinikum, Pforzheim, Deutschland
  • corresponding author Jörg Hartwein - Siloah St. Trudpert Klinikum, Pforzheim, Deutschland
  • D. Kijchewko - Institut für Pathologie und Molekularpathologie, Pforzheim, Deutschland

Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte. 95. Jahrestagung der Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte. Heidelberg, 16.-17.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnosw17

DOI: 10.3205/11hnosw17, URN: urn:nbn:de:0183-11hnosw173

Published: July 11, 2011

© 2011 Müller et al.
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Hintergrund: Die Malignen Lymphome werden unterteilt in den Morbos Hodgkin und die Non-Hodgkin-Lymphome. Es handelt sich hierbei um eine Neoplasie ausgehend vom lymphatischen Gewebe der Lymphknoten, der Tonsillen, des Knochenmarks, der Milz oder anderer innerer Organe. Die Inzidenz liegt beim Hodgkin-Lymphom bei etwa 2–4/100.000 Einwohnern und bei den Non-Hodgkin-Lymphomen bei etwa 5–10/100.000 Einwohnern. Die Prognose ist mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von circa 90% beim Hodgkin-Lymphom und 50–70% bei den Non-Hodgkin-Lymphomen relativ gut und abhängig von Typ, Tumorstadium und Patientenalter. Die Therapie besteht in einer Chemotherapie, Radiatio, oder einer kombinierten Radiochemotherapie. Hierbei ist für eine bestmögliche Prognose natürlich eine möglichst frühe Diagnosestellung mitentscheidend.

Methoden: Wir führten eine Analyse der Krankengeschichte aller Patienten durch, bei denen von 2008 bis Anfang 2011 in unserer Klinik die Diagnose eines Malignen Lymphoms gestellt wurde. Die Fallzahl beträgt 45 Patienten. Anhand dieser Daten stellen wir die Altersverteilung, Klinik und Diagnostik dar. Außerdem untersuchen wir, in welchem Anteil der Fälle die Verdachtsdiagnose und die Zuweisung durch einen Hals-Nasen-Ohren-Facharzt erfolgt ist oder die Diagnose zufällig durch uns gestellt wurde.

Ergebnisse: Das Hauptsymptom war bei 76% unserer Patienten eine Lymphknotenschwellung im zervikalen Bereich oder im Bereich der großen Speicheldrüsen, beim Hodgkin Lymphom sogar bei 100%. Wesentlich seltener traten, abhängig von der jeweiligen Lokalisation des Lymphoms, Nasenatmungsbehinderung bei Verlegung der Nase und der Nasennebenhöhlen (10%), Dysphagie und Halsschmerzen (7%), sowie eine Vorwölbung im Bereich der Tonsillen (3%) oder ein Knoten der Schilddrüse (3%) auf. Körperliche Allgemeinsymptome wie Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit oder Fieber und Nachtschweiß waren zusammengenommen nur in 31% der Fälle festzustellen.

Bei den Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom lag durchschnittliche Alter bei 71 Jahren. Beim Hodgkin-Lymphom waren die Patienten im Durchschnitt 43 Jahre alt, wobei hier 56% der Patienten jünger als 28 Jahre waren.

52% der Fälle wurden von einem niedergelassenen HNO-Facharzt zugewiesen und 15% waren ein Zufallsbefund durch uns. Dementsprechend wurden 67% der Fälle durch einen Hals-Nasen-Ohrenarzt entdeckt. Der Rest wurde in 19% vom Hausarzt, in 7% von einem Onkologen und zu jeweils 4% von einem Chirurgen oder einem Kieferchirurgen zu uns geschickt.

Schlussfolgerung: Bei unserer Untersuchung war zu sehen, dass die Erstsymptome meistens im Bereich des Halses, des Rachens oder der Nase und der Nasennebenhöhlen liegen. Somit kommnt dem Hals-Nasen-Ohrenarzt sowohl beim Stellen der Verdachtsdiagnose als auch bei der Diagnosesicherung durch Gewinnung einer Gewebeprobe eine zentrale Rolle zu.