gms | German Medical Science

93rd Annual Meeting of the Southwest German Association of Otorhinolaryngologists

17. - 19.09.2009, Neu-Ulm

Ein neues Tiermodell zur Analyse von kochleärer Mikrozirkulation und Hörfunktion nach akuter Lärmschädigung des Innenohres

Vortrag

Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte. 93. Jahrestagung der Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte. Neu-Ulm, 17.-19.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnosw33

DOI: 10.3205/09hnosw33, URN: urn:nbn:de:0183-09hnosw330

Published: September 10, 2009

© 2009 Strieth et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Hintergrund: Lärmexposition kann die kochleäre Mikrozirkulation beeinträchtigen und die Hörschwelle erhöhen, wobei die genauen pathophysiologischen Zusammenhänge noch unklar sind. Es war Ziel der vorliegenden Untersuchungen, ein neues tierexperimentelles Modell zur Analyse von kochleärer Mikrozirkulation und Hörfunktion nach akuter Lärmschädigung zu etablieren.

Methoden: Nach Messung von normalen Hörschwellen bei narkotisierten Meerschweinchen (n=6 pro Gruppe) mittels Hirnstammaudiometrie wurden beide Ohren lärmexponiert (106 dB SPL, 30 min). Kontrolltiere wurden keinem Lärm ausgesetzt. Die kochleäre Mikrozirkulation wurde nach chirurgischer Präparation der Stria vascularis eines Ohres mittels In vivo-Fluoreszenzmikroskopie untersucht. Hörschwellenmessungen wurden auf dem kontralateralen Ohr durchgeführt.

Ergebnisse: Die Gefäßdurchmesser in der Endstrombahn wurden in beiden Versuchsgruppen nicht beeinflusst. Im Gegensatz zur Kontollgruppe wurde durch die Lärmeinwirkung die Erythrozytenfließgeschwindigkeit und der segmentale Blutvolumenfluß signifikant reduziert. Ausschließlich nach akuter Lärmschädigung erhöhte sich die Hörschwelle signifikant.

Schlussfolgerung: Mit Hilfe dieses standardisierten Schädigungsmodells ist es möglich, die Effekte von Therapieansätzen, die auf eine Verbesserung der Innenohrmikrozirkulation zielen, mit hoher zeitlicher Auflösung und unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Hörfunktion zu messen.