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82nd Annual Meeting of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Prognostische Bedeutung des Verlustes von MGMT bei Speicheldrüsenmalignomen

Meeting Abstract

  • corresponding author Johannes Zenk - HNO-Universitätsklinik Erlangen, Erlangen, Deutschland
  • Asta Scesnaite - Faculty of Natural Sciences, Vilnius University, Lettland
  • Stephan Schwarz - Institut für Pathologie, Erlangen, Deutschland
  • Regine Schneider-Stock - Institut für Pathologie, Erlangen, Deutschland
  • Arndt Hartmann - Institut für Pathologie, Erlangen, Deutschland
  • Sonata Jarmalaite - Faculty of Natural Sciences, Vilnius, Lettland
  • Brigitte Peters - Institut für Biometrie, Magdeburg, Deutschland
  • Maximillian Mueller - Institut für Pathologie, Erlangen, Deutschland
  • Abbas Agaimy - Institut für Pathologie, Erlangen, Deutschland
  • Heinrich Iro - HNO-Universitätsklinik, Erlangen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod718

DOI: 10.3205/11hnod718, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod7185

Published: April 19, 2011

© 2011 Zenk et al.
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Einleitung: Speicheldrüsenmalignome stellen verschiedene histologische Entitäten mit unterschiedlichem klinischem Verlauf und Prognose dar. Als möglichen Biomarker untersuchten wir für das DNS-Reparatur-Protein Methylguaninmethyltransferase (MGMT) sowohl die Proteinexpression als auch die Promotormethylierung, um Rückschlüsse auf die prognostische Bedeutung einer MGMT-Inaktivierung zu ziehen.

Methoden: Bei 287 Speicheldrüsenmalignomen und Normalgewebe zum Vergleich wurden die MGMT-Expression und die Promotor-Methylierung durch PyrosSequenzierung und Immunhistochemie im Gewebe-Microorarray analysiert. Die Ergebnisse wurden mit demographischen und klinischen Angaben sowie Ergebnissen des Krankheitsverlaufs korreliert.

Ergebnisse: Eine abweichende MGMT-Promotor-Methylierung korrelierte mit der Proteinexpression in Speicheldrüsenmalignomen (p=0,021). Ein MGMT-Verlust fand sich bei 39% der Malignome, v.a. in schlecht differenzierten (p=0,002), im Stadium III (p<0,001), beim Vorhandensein von LK-Metastasen (p<0,001), bei älteren Patienten (p<0,007) und bei Männern (p=0,046). Der Verlust von MGMT zeigte sich als hochprognostischer Faktor für den klinischen Verlauf (p=0,004, RR 1,7): 48,1% der MGMT-negativen Patienten mit MGMT-negativen Tumoren starben an den Folgen ihrer Tumorerkrankung. Der MGMT-Verlust definierte innerhalb klinisch günstiger Gruppen (keine LK-Metastasen (p=0,006), Frauen (p=0,049)) Subgruppen mit schlechterer Prognose. In der multivariaten Analyse waren der Verlust von MGMT, ein pN+-Status und die Mortalität hochgradig assoziiert.

Schlussfolgerungen: Die immunhistochemische Untersuchung auf MGMT kann als Marker für die Prognose von Speicheldrüsenmalignomen dienen. Patienten mit MGMT-negativem Status könnten von einer adjuvanten Chemotherapie profitieren.