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81st Annual Meeting of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Die nasale ASS-Desaktivierung als Therapie-Alternative bei Patienten mit Analgetika-Intoleranz-Syndrom und bekannter hämato-onkologischer Erkrankung

Meeting Abstract

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  • corresponding author Katrin Rogler - HNO-Universitätsklinikum Erlangen, Deutschland
  • Nina Bermeiser - HNO-Universitätsklinikum Erlangen, Deutschland
  • Heinrich Iro - HNO-Universitätsklinikum Erlangen, Deutschland
  • Susanne Mayr - HNO-Universitätsklinikum Erlangen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod625

DOI: 10.3205/10hnod625, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod6253

Published: April 22, 2010

© 2010 Rogler et al.
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Eine kausale Behandlung von Krankheiten aus dem atopischen Formenkreis bei Vorliegen hämato-onkologischer Erkrankungen ist problematisch. Nach den aktuellen Leitlinien stellen diese eine Kontraindikation für Immuntherapien dar. Gilt dies auch für das Analgetika-Intoleranz-Syndrom (AI) und gibt es alternative Therapieoptionen?

Eine 31-jährige Patientin stellte sich mit Verdacht auf AI vor, nachdem die Einnahme von ASS einen Asthmaanfall ausgelöst hatte. Weiterhin gab sie saisonale rhinitische Beschwerden sowie ein orales Allergie-Syndrom an. Vor sieben Jahren war ein Hodgkin-Lymphom (Stadium IV) diagnostiziert worden, welches sich derzeit nach RCT in Remission befindet. Das Lymphom war im Rahmen einer eingehenden Allergiediagnostik durch extreme IgE-Gesamtwerte aufgefallen. Nasenendoskopisch lag eine Nasenmuschelhyperplasie vor, jedoch keine Polyposis nasi. In Prick- und CAP-Testung bestätigte sich eine Rhinitis allergica auf Gräser/Roggen. Eine nasale Provokation mit L-Acetylsalizylsäure-Lösung (L-ASS) 100mg/ml war nach 10 min deutlich positiv.

Die saisonalen Allergien waren bei geringer Klinik symptomatisch beherrschbar, jedoch litt die Patientin weiter unter permanenten rhinologischen Symptomen. Eine orale Desaktivierung mit ASS wurde diskutiert, jedoch entschied man sich aufgrund der zurückliegenden hämato-onkologischen Erkrankung für die nasale Desaktivierung mit L-ASS (30 mg/ml). Ein Jahr nach Beginn dieser Therapie mit täglicher intranasaler Applikation von L-ASS präsentierte sich die Patientin subjektiv beschwerdefrei.

Anhand dieser Falldarstellung werden Aspekte der nasalen L-ASS-Desaktivierung und der spezifischen Immuntherapie vor allem im Hinblick auf Patienten diskutiert, die neben einer AI eine hämato-onkologische Grunderkrankung aufweisen.