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80th Annual Meeting of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Stressbelastung bei Patienten mit Tinnitus aurium und Adipositas – ein Vergleich

Meeting Abstract

  • corresponding author Susanne Stetter - Tinnituszentrum Charité Campus Mitte Berlin, Berlin
  • Nina Zirke - Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik, Charité – Universitätsmedizin, Berlin
  • Timo Stöver - Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Medizinischen, Hannover
  • Birgit Mazurek - Tinnituszentrum Charité Campus Mitte Berlin, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod678

DOI: 10.3205/09hnod678, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod6780

Published: April 17, 2009

© 2009 Stetter et al.
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Einleitung: Stress wird als Ursache bzw. entscheidender Faktor bei der Tinnitusentstehung und –fixierung diskutiert. Bisherige Studien haben widersprüchliche Ergebnisse hinsichtlich der Stressbelastung bei Tinnituspatienten ergeben. Vergleiche mit anderen chronisch kranken Patienten und deren psychologischem Stressprofil erfolgten bisher nur vereinzelt. Auch Adipositaspatienten sind unter psychosomatischer Betrachtung durch eine starke Stressbelastung gekennzeichnet.

Methoden: Bei 111 Patienten mit chronischem Tinnitus aurium wurde im Zeitraum von Oktober 2007 bis September 2008 mittels etablierter Fragebögen (Tinnitusfragebogen, Perceived Stress Questionnaire – PSQ, Proactive Coping Inventory – PCI) die Stressbelastung ermittelt und den Werten von 101 Adipositaspatienten als Vergleichsgruppe gegenüber gestellt.

Ergebnisse: Es zeigte sich bei den Tinnituspatienten im PSQ ein signifikant niedrigerer Wert als bei der Adipositasgruppe. Dem entsprach die Einschätzung der proaktiven Stressbewältigung (PCI): hier fand sich ein höherer Wert für die Tinnituspatienten, d.h. sie sahen sich im Vergleich zu den Adipositaspatienten fähiger in der Stressbewältigung. Bei den dekompensierten Tinnituspatienten hingegen sind der PSQ und PCI vergleichbar mit Werten der Adipositaspatienten.

Schlussfolgerung: Die ermittelten Daten geben keinen generellen Hinweis für einen besonderen Stellenwert der Stressbelastung und –bewältigung in der Tinnitusgruppe im Vergleich zu den Adipositaspatienten. Interessant ist jedoch die Betrachtung bei kompensierten und dekompensierten Patienten: Im Gegensatz zu den kompensierten Tinnituspatienten sollte bei stärker belasteten Tinnituspatienten das Stresserleben mehr als bisher in Diagnostik und Therapie einfließen.