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80th Annual Meeting of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Die Sialendoskopie in der Diagnostik und Therapie von obstruktiven Speicheldrüsen-Erkrankungen nach Radiojod-Therapie

Meeting Abstract

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  • corresponding author Michael Koch - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Kopf- und Hals-Chirurgie, Erlangen
  • Heinrich Iro - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Kopf- und Hals-Chirurgie, Erlangen
  • Johannes Zenk - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Kopf- und Hals-Chirurgie, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod657

DOI: 10.3205/09hnod657, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod6574

Published: April 17, 2009

© 2009 Koch et al.
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Einleitung: Obstruktive Erkrankungen der großen Kopfspeicheldrüsen sind hinsichtlich ihrer Ätiologie häufig ungeklärt. Zu den assoziierbaren selteneren Ursachen gehören strahleninduzierte Schäden wie sie auch nach Radiojod-Therapie (RJT) beobachtet werden können.

Methoden: Bei 11 Patienten wurden wegen einer obstruktiven Sialopathie nach RJT eine Sialendoskopie (SGE)durchgeführt (ca. 1,3% aller endoskopierten Patienten). 81,8 % waren Frauen, das Durchschnittsalter betrug 46,5 Jahre. Die mittlere J 131-Gesamt-Dosis betrug 10178,8 MBq. Bei allen Patienten erfolgte eine diagnostische SGE, bei entsprechender Indikation wurde auch eine interventionelle SGE durchgeführt. Therapiestrategien waren: 1) die Spülung sowie die intraduktale Kortison-Applikation bei der SGE und 2) die instrumentelle Dilatation im Falle einer Stenose.

Ergebnisse: In 4 Fällen war die Gl. submandibularis, in 7 Fällen war die Gl. parotis betroffen. 4 Patienten wiesen eine subakut bis chronisch fibrosierende Sialodochitis, 7 zusätzlich eine Stenose des Gangsystems auf. In 4 Fällen war eine intra- und postoperative Spülung mit Kortison ausreichend. Bei 7 Patienten wurden die Stenosen endoskopisch dilatiert, insgesamt erfolgten 13 interventionelle SGE. Alle Patienten hatten nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 20 Monaten keine oder zumindest deutlich geringere Beschwerden.

Schlussfolgerungen: Die SGE ermöglicht die Visualisierung von Veränderungen des Gangsystems der großen Kopfspeicheldrüsen nach RJT und eine minimal invasive und effektive Therapie. Für die betroffenen Patienten stellt diese Therapiemethode derzeit die einzige Möglichkeit zur Reduktion ihrer Beschwerden dar.