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80th Annual Meeting of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Tenascin-C-Expressionsmuster in der Ratten-Submandibulardrüse bei späten radiogenen Normalgewebsreaktionen

Meeting Abstract

  • corresponding author Sylva Bartel-Friedrich - Univ.-HNO-Klinik, Abt. Phoniatrie und Pädaudiolog, Halle/S.
  • Christine Lautenschläger - Inst. für Med. Epidemiologie, Biometrie und Informatik, Halle/S.
  • Hans-Jürgen Holzhausen - Inst. für Pathologie, Halle/S.
  • Reinhard-Edgar Friedrich - Univ.-Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Hamburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod644

DOI: 10.3205/09hnod644, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod6442

Published: April 17, 2009

© 2009 Bartel-Friedrich et al.
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Ziel/Methoden: Tenascin-C (TN-C) gilt als ein potenziell hilfreicher Marker bei der Gewebeumstrukturierung und dient als Kennzeichen einer sich entwickelnden Fibrose, auch bei radiogenen Normalgewebsreaktionen (Gewebe ohne Tumorbefall). Zur Charakterisierung von klinisch relevanten radiogenen Spätreaktionsmustern untersuchten wir das TN-C-Expressionsprofil bei 124 Submandibulardrüsen (GSM) von 62 Wistar-Ratten nach halbseitiger fraktionierter externer Kopf-Hals-Radiatio (RT; 2 Gy/Tag bis zu einer Gesamtdosis von 20, 40 oder 60 Gy) immunhistologisch in Abhängigkeit von der Strahlendosis, der Latenzperiode nach abgeschlossener RT (6 Monate vs. 12 Monate) und vom Alter der Tiere (1 Jahr vs. 1 ½ Jahre).

Ergebnisse: Bei bestrahlten GSM zeigten sich leichte bis moderate Alterationen der TN-C-Expression. Das veränderte Expressionsmuster betraf jedoch die verschiedenen Drüsenstrukturen unterschiedlich häufig und unterschiedlich deutlich. Bemerkenswert war vor allem eine deutliche, dosisabhängige Heterogenität mit Färbereaktionsverstärkungen, -abnahmen und -fluktuationen. Beispielsweise nahm die periazinär betonte Immunreaktion bei Kontrollen mit zunehmender Dosis ab, während die intrazelluläre Färbereaktion anstieg. Teilweise waren Latenz-, selten Alterseffekte zu befunden.

Schlussfolgerungen: Die Expression von TN-C zeigte überwiegend eine bemerkenswerte, dosisabhängige Heterogenität. Das Expressionsmuster persistierte bis zu 1 Jahr nach Abschluss der RT. Diese Befunde sind daher radiogenen Spätreaktionen zuzuordnen. Die Veränderungen der TN-C Expressionsmuster können wenigstens teilweise zur Erklärung der späten postradiogenen Funktionsstörungen im Bereich der Speicheldrüsen (z. B. der häufigen Xerostomie) beitragen.

Unterstützt durch: Hamburger Stiftung zur Förderung der Krebsbekämpfung (Projekt-Nr.149) and teilweise durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (Projekt-Nr. FR 1035/1-2).