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80th Annual Meeting of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Einfluss von Crushen auf Vitalität und Differenzierungsfähigkeit von Chondrozyten

Meeting Abstract

  • corresponding author Andreas Koehl - HNO Uni Ulm, Ulm
  • Tom Deutschle - HNO Uni Ulm, Ulm
  • Gerhard Rettinger - HNO Uni Ulm, Ulm
  • Nicole Rotter - HNO Uni Ulm, Ulm

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod537

DOI: 10.3205/09hnod537, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod5379

Published: April 17, 2009

© 2009 Koehl et al.
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Text

Einleitung: Gecrushter Septumknorpel wird im Rahmen von Septum- und Septorhinoplastiken verwendet. Außerdem kann dieses Gewebe für Tissue Engineering Verfahren verwendet werden. Da bekannt ist, dass mechanische Belastungen die Vitalität und Differenzierungsfähigkeit von Zellen beeinflussen können und Resorptionen von Knorpelgewebe beobachtet werden, war es das Ziel der vorliegenden Studie Vitalität, Proliferationsfähigkeit und Differenzierung von Chondrozyten nach Crushen zu untersuchen.

Methoden: Der bei 15 Patienten im Rahmen von funktionellen Septorhinoplastiken und Septumplastiken gewonnene Knorpel wurde im Labor unter standardisierten Bedingungen gequetscht. Danach wurden die Chondrozyten enzymatisch aus der umgebenden Matrix herausgelöst und die Vitalität mit Trypanblau und einem Fluoreszenz-Färbungskit aus Calcein-AM und Propidium Iodid bestimmt. Die Zellen wurden während der Amplifikation über 3 Passagen mit Hilfe immunhistochemischer Färbungen und PCR auf die Anwesenheit von Kollagen I, II und Agrecan untersucht. Als Kontrolle diente unbehandelter Knorpel desselben Patienten.

Ergebnisse: Es zeigte sich, dass Crushen in Abhängigkeit von der Summe der aufgewendeten Kraft die Vitalität der isolierten Chondrozyten deutlich reduziert. Ein Einfluss auf die Differenzierungsfähigkeit war in vitro nicht nachweisbar. So zeigten gecrushte und nicht gecrushte Chondrozyten eine weitgehend identische Zunahme der Kollagen I Produktion bei gleichzeitiger Abnahme der Kollagen II und Aggrecan Synthese.

Schlussfolgerung: Es wurde festgestellt, dass gecrushter Knorpel für Tissue Engineering Verfahren geeignet ist. Diese Behandlung beeinflusst die Vitalität nur dann, wenn sehr große Kräfte aufgewendet werden.