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80th Annual Meeting of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Prospektive, diagnostische Machbarkeitsstudie zur endoskopischen Gewebeperfusionsmessung freier Gewebetransplantate in der Kopf-Hals-Region unter Verwendung von rot angeregtem Indocyanin-Grün

Meeting Abstract

  • corresponding author Christian Betz - Klinik für HNO-Heilkunde der LMU München, München
  • Sven Zhorzel - Klinik für HNO-Heilkunde der LMU München, München
  • Hilmar Schachenmayr - Laser-Forschungslabor der LMU München, München
  • Ulrich Harréus - Klinik für HNO-Heilkunde der LMU München, München

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod527

DOI: 10.3205/09hnod527, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod5274

Published: April 17, 2009

© 2009 Betz et al.
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Text

Einleitung: Freie Gewebetransfers sind zu einem Routineverfahren in der rekonstruktiven Kopf-Hals-Chirurgie avanciert. Bei postoperativen Störungen der Blutversorgung droht ein Verlust des Transplantats, falls dies nicht frühzeitig erkannt wird. Angiographien mit Indocyanin-Grün (ICG) könnten zur frühzeitigen Erkennung einer Gewebe-Minderperfusion beitragen.

Methoden: 25 Patienten mit freien Gewebetransfers in den oberen Aerodigestivtrakt (OADT) wurden in die Studie eingeschlossen. Bei jedem Patient wurden 3 endoskopische ICG-Angiographien durchgeführt (intraoperativ, 24 h und 72 h postoperativ). Die erhobenen Daten wurden online sowie offline am PC ausgewertet, und die Ergebnisse mit den klinischen Resultaten verglichen.

Ergebnisse: Es traten keine Transplantat-Verluste auf. Zwei Transplantate mit eingeschränkter Perfusion aufgrund einer arteriellen Anastomosen-Insuffizienz konnten durch operative Revision gerettet werden. Die ICG-Angiographien wurden problemlos toleriert. Die Transplantate zeigten eine verzögerte jedoch letztlich gleich starke Anreicherung des Farbstoffes im Vergleich zur Umgebung. Die beiden initial minderperfundierten Transplantate zeigten relative Fluoreszenz-Maxima (Transplantat gegen Umgebung) von 33% bzw. 37%, während diese bei allen weiteren Untersuchungen bei ≥64% lagen.

Schlussfolgerungen: Es konnte die Machbarkeit endoskopischer ICG Angiographien bei Patienten mit freiem Gewebetransfer in den OADT aufgezeigt werden. Die Methode ist risikoarm und liefert sofortige Informationen über den Perfusionsstatus des Gewebes. Insbesondere in schwierigen Situationen (fragliche Dopplersignale, schlecht einsehbares Transplantat, schwer beurteilbares Hautkolorit) stellt das Verfahren eine willkommene Ergänzung zum sonstigen Screening dar.

Unterstützt durch: Karl Storz GmbH, Pulsion AG