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80th Annual Meeting of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Gehörschutz im Orchesteralltag – eine Befragung von 429 professionellen Orchestermusikern

Meeting Abstract

  • corresponding author Bernhard Richter - Zentrum für Musikermedizin, Uniklinik Freiburg, Freiburg
  • Matthias Echternach - Zentrum für Musikermedizin, Uniklinik Freiburg, Freiburg
  • Mark Zander - Zentrum für Musikermedizin, Uniklinik Freiburg, Freiburg
  • Claudia Spahn - Zentrum für Musikermedizin, Uniklinik Freiburg, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod508

DOI: 10.3205/09hnod508, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod5084

Published: April 17, 2009

© 2009 Richter et al.
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Die Beschäftigung mit dem Thema Gehörschutz für Musiker ist für jeden HNO-Arzt aktuell und notwendig, da die neue EG-Arbeitsschutzrichtlinie „Lärm“ 2003/10/EG seit März 2007 in die Lärm- und Vibrations-Arbeitschutzverordnung umgesetzt ist und die Übergangsfrist für den Musiksektor seit Anfang 2008 ausgelaufen ist.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales führten wir eine Untersuchung bei 429 Orchestermusikern aus 9 professionellen Orchestern in Deutschland mit dem Ziel durch, den aktuellen Stand der Information und Praxis zum Thema Gehörschutz in deutschen Orchestern zu erheben.

Nur etwa 1/6 der Musiker verwenden individuell angepassten Gehörschutz (15,6%). Weit über die Hälfte der Musiker ist jedoch besorgt, durch die hohen Schalldruckpegel im Orchester ihr Gehör zu schädigen oder unbrauchbar zu machen, da etwa 2/3 der Befragten (65,8%) angaben, sich Sorgen darüber zu machen, dass ihr Gehör durch die Arbeit im Orchester Schaden nehmen könnte und nahezu die Hälfte der Befragten (49,9%) angaben, dass sie befürchten, dass ihr Gehör im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit einmal so belastet werden könnte, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausüben können.

Als wichtigste Konsequenz unserer Untersuchung wurde deutlich, daß bei den Orchestermusikern ein großer Informationsbedarf besteht, der qualifiziert gestillt werden muss. Voraussetzung hierfür ist, dass der beratende Arzt Nutzen und Limitierungen des individuellen Gehörschutzes bei professionellen Orchestermusikern genau kennt. Eine sinnvolle Handhabung der Lärmschutzrichtlinie ist nur im gemeinsamen Engagement von Ärzten, Akustikern, Dirigenten, Verwaltung und Orchestermusikern möglich.