gms | German Medical Science

80th Annual Meeting of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Zusammenhänge zwischen chronischem Tinnitus und einer Kiefergelenkspathologie – Untersuchung von 700 Patienten an der HNO- und Zahnklinik der Universität Regensburg

Meeting Abstract

  • corresponding author Veronika Vielsmeier - HNO Univers. Regensburg, Regensburg
  • Tobias Kleinjung - HNO Univers. Regensburg, Regensburg
  • Berthold Langguth - Klinik für Psychiatrie, Bezirksklinikum Regensburg, Regensburg
  • Ralf Bürgers - Prothetikabteilung der Zahnklinik, Univers. Regensburg, Regensburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod189

DOI: 10.3205/09hnod189, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod1897

Published: April 17, 2009

© 2009 Vielsmeier et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Einleitung: Ziel der Studie war es, einen seit längerem diskutierten möglichen Zusammenhang zwischen einem chronischem Tinnitus und einer CMD (craniomandibuläre Dysfunktion) zu erfassen. Alle in der Zahnklinik wegen einer Kiefergelenkssymptomatik vorstellig gewordenen Patienten wurden bezüglich möglicher Tinnitusbeschwerden befragt. Bei positiver Anamnese erfolgte die Vorstellung in der HNO-Klinik und schließlich die Therapie der CMD, um nach deren Beendigung auch eine mögliche Änderung des Tinnitus zu evaluieren.

Methoden: Im Zeitraum von Februar bis November 2008 wurden 700 konsekutive Patienten in der Abteilung für Prothetik/Zahnklinik an der Universität Regensburg bezüglich einer Kiefergelenkspathologie untersucht. Bei 10% wurde eine CMD diagnostiziert. Hiervon wiederum gaben 31% an, unter einem Tinnitus zu leiden. Diese Patienten wurden in der HNO-Klinik vorgestellt und dort einer audiologischen Diagnostik mit Tinnitusbestimmung unterzogen. Anschliessend erfolgte die Therapie über eine Schienen-, eine manuelle oder eine medikamentöse Therapie. Eine Wiedervorstellung erfolgte nach etwa drei Monaten, wobei neben der Kiefergelenkssymptomatik auch die mögliche Beeinflussung der Tinnitusbeschwerden mittels Wiederholung des Tinnitusfragebogens (nach Goebel und Hiller) untersucht wurde.

Ergebnisse: Nach drei Monaten erfolgte eine erneute Erhebung des CMD-Befundes und des Tinnitusfragebogens. Hierbei zeigte sich bei etwa 50% der Patienten neben Remissionen der Kiefergelenks- auch eine Besserung der Tinnitusbeschwerden.

Schlussfolgerung: Eine CMD kann eine (Mit-) Ursache eines chronischen Tinnitus darstellen. Bei diesbezüglich positiver Anamnese kann eine entsprechende Therapie auch eine Besserung der Tinnitusbeschwerdesymptomatik bewirken.