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80th Annual Meeting of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Rheopherese als Therapieoption für Patienten mit rezidivierendem akutem Hörverlust nach erfolgloser Standardtherapie

Meeting Abstract

  • Selma Uygun-Kiehne - Klinikum Lüdenscheid, HNO-Klinik, Lüdenscheid
  • Richard Straube - Klinikum Lüdenscheid, Nephrologie, Lüdenscheid
  • Andreas Heibges - Apherese Forschungsinstitut, Köln
  • corresponding author Reinhard Klingel - Apherese Forschungsinstitut, Köln
  • Heino Davids - Klinikum Lüdenscheid, HNO-Klinik, Lüdenscheid

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod188

DOI: 10.3205/09hnod188, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod1882

Published: April 17, 2009

© 2009 Uygun-Kiehne et al.
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Hintergrund: Die Wirksamkeit der Fibrinogen-LDL-Apherese, die als Therapie des Hörsturzes Rheopherese und HELP-Apherese umfasst, wurde in 2 kontrollierten randomisierten Studien mit jeweils über 200 Pat. im Vergleich zur Standardtherapie bestätigt. Pat. mit rezidivierenden Hörstürzen sind häufig gegenüber der Standardtherapie refraktär.

Methoden: In dieser Studie wurden retrospektiv Pat. mit rezidivierenden, im Ausmaß der Hörminderung zunehmenden Hörsturzereignissen untersucht, die sich wiederholt einer anti-inflammatorischen antiphlogistischen Infusionstherapie unterzogen hatten. Nach erfolgloser Infusionstherapie in Folge des letzten Hörsturzes wurden 2 Rheopherese-Behandlungen durchgeführt. Hörgewinn und Sprachverständnis der Pat. wurden analysiert.

Ergebnisse: Insgesamt 25 Pat., die im Mittel 2,1 ± 0,4 Hörsturzereignisse innerhalb von durchschnittlich 30,0 ± 21,6 Monaten hatten, wurden untersucht. Der mittlere Hörverlust betrug vor der Behandlung des ersten Hörsturzes mittels Infusionstherapie durchschnittlich 34 dB, danach 20 dB. Der Hörverlust beim zweiten Hörsturz blieb nach Infusionstherapie fast unverändert, wurde dann jedoch durch zwei Rheopheresen um durchschnittlich 20 dB verbessert. 40% der Pat. erlangten dabei eine Voll-, weitere 28% eine Teilremission.

Schlussfolgerung: Bei Pat. mit rezidivierenden Hörsturzereignissen, die sich als refraktär gegenüber der Standard-Infusionstherapie erweisen, kann mithilfe der Rheopherese eine signifikante Verbesserung des Hörvermögens erreicht werden. Die Fibrinogen-LDL-Apherese ist eine leitliniengerechte Therapie, die bei gegenüber der Standardtherapie refraktärem Hörsturz erwogen werden sollte. Die Kostenerstattung muss im Einzelfall beantragt oder auf Selbstzahlerbasis getragen werden.