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80th Annual Meeting of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Sprachverständlichkeit im Störgeräusch: eine Ergänzung zu den bisherigen Sprachverständlichkeitsmessungen in der Begutachtung

Meeting Abstract

  • corresponding author Helga Sukowski - Medizinische Physik, Universität Oldenburg, Oldenburg
  • Kirsten C. Wagener - Hörzentrum Oldenburg, Oldenburg
  • Thomas Brand - Medizinische Physik, Universität Oldenburg, Oldenburg
  • Jens Schroeder - Hörzentrum Hannover an der MHH, Hannover
  • Anke Lesinski-Schiedat - Hörzentrum Hannover an der MHH, Hannover
  • Birger Kollmeier - Medizinische Physik, Universität Oldenburg, Oldenburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod184

DOI: 10.3205/09hnod184, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod1845

Published: April 17, 2009

© 2009 Sukowski et al.
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Die Berechnung des prozentualen Hörverlustes aus dem Sprachaudiogramm im Rahmen der Begutachtung stützt sich bislang ausschließlich auf die Messung der Sprachverständlichkeit in Ruhe. Die alltägliche Kommunikation findet jedoch häufig bei Hintergrundgeräuschen statt, und gerade in dieser Situation beklagen schwerhörende Personen die größten Probleme beim Sprachverstehen. In der Audiologie Initiative Niedersachen wird daher im Projekt "Begutachtung" als Ergänzung zum bisherigen Vorgehen die Erhebung des Sprachverstehens im Störschall vorgeschlagen.

Unter Berücksichtigung praktischer und zeitökonomischer Gesichtspunkte wurde für diese Erhebung der Göttinger Satztest (Kollmeier & Wesselkamp, 1997) ausgewählt. Durch eine adaptive Pegelsteuerung wird der Darbietungspegel des Sprachsignals im Laufe der Messung so angepasst, dass als Ergebnis ein Pegel ermittelt wird, bei dem 50% des Sprachmaterials richtig verstanden werden (Brand & Kollmeier, 2002). Die Messungen werden mit einem stationären und mit einem fluktuierenden sprachsimulierenden Störgeräusch (Wagener et al., 2006) durchgeführt.

In einer Teilstichprobe (n=30) zeigte sich: Die Sprachverständlichkeitsschwellen im fluktuierenden Störgeräusch haben eine größere Spannweite als die Schwellen im stationären Störgeräusch. Bei einigen Personen mit gleichem "prozentualem Hörverlust aus dem Sprachaudiogramm in Ruhe" unterscheiden sich die Ergebnisse in den Störgeräuschmessungen trotz guter Korrelationen für die Gesamtgruppe deutlich voneinander. Die Analysen bestätigen somit, dass das Sprachverstehen im Störgeräusch zusätzliche Informationen über das individuelle Hörvermögen liefert. Diese Informationen sollten zukünftig auch in der Begutachtung berücksichtigt werden.

Unterstützt durch: Audiologie Initiative Niedersachsen