gms | German Medical Science

80th Annual Meeting of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Die bioelektronische Ankopplung von CI/ABI-Elektroden an auditorische Neurone

Meeting Abstract

Search Medline for

  • corresponding author Stefan Volkenstein - Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Bochum
  • Stefan Dazert - Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie der Ruhr-Universität, Bochum
  • Stefan Heller - Department of Otolaryngology, Head and Neck Surgery, Stanford University, Stanford, Californien, USA

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod095

DOI: 10.3205/09hnod095, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod0950

Published: April 17, 2009

© 2009 Volkenstein et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Einleitung: Implantierbare Hörsysteme wie das Cochlea (CI)- oder Hirnstamm(ABI)-Implantat werden mit großem Erfolg für eine Vielzahl von Patienten (weltweit mehr als 140.000 CIs) mit immer breiterer Indikation eingesetzt. Manche Patienten erzielen trotz komplikationslosem Operationsverlauf und state-of-the-art Technologie nur suboptimale Hörergebnisse. Als ein Grund hierfür wird eine mangelhafte Ankopplung der Elektrode an die jeweiligen auditorischen Neurone/Neuriten (bioelektronische Schnittstelle) gesehen. Verschiedene Wachstumsfaktoren und Steroide haben sich hierauf tierexperimentell positiv ausgewirkt. Neben der Verabreichung dieser Substanzen via single shot, Mikropumpen oder Gentransfer ist die Beschichtung des Elektrodenträgers eine vorteilhafte Alternative.

Methoden und Ergebnisse: Zellkulturuntersuchungen an Spiralganglien- und Cochleus nuclearis-Neuronen postnataler Mäuse haben gezeigt, dass sich Collagen als Trägersubstanz aufgrund guter Biokompatibilität und einfacher Handhabung hierfür eignet. Zudem haben Wachstumsfaktoren und deren artifizielle Mimetika auch nach Derivatisierung mit Collagen einen positiven Einfluss auf Überleben und Neuritenwachstums auditorischer Neurone. Darüber hinaus kann mittels strukturierten Collagens ein gerichtetes Neuritenwachstum erzielt werden.

Schlussfolgerung: Eine Beschichtung von CI/ABI-Elektroden kann zu einer verbesserten bioelektronische Ankopplung und damit zu verbesserten Hörergebnissen für die betroffenen Patienten führen. Durch einen geringeren Abstand zwischen Elektrode und Effektorzelle kann die Reizstromstärke und das elektrische Feld der einzelnen Elektrodenpunkte verkleinert und somit der Energieverbrauch verringert, sowie die Selektivität der erregten Frequenzen gesteigert werden.

Unterstützt durch: Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina