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14. Grazer Konferenz – Qualität der Lehre: New Horizons in Teaching and Learning

22. - 24.04.2010, Wien, Österreich

,,Soziale Kompetenz": Konzeption und Implementierung eines neuen Line-Elements im Medizincurriculum Wien

Poster

  • corresponding author presenting/speaker Bianca Schuh - Medical University of Vienna, Department für medizinische Aus- und Weiterbildung, Vienna, Austria
  • author Angelika Hofhansl - Medical University of Vienna, Department für medizinische Aus- und Weiterbildung, Vienna, Austria
  • author Alexandra Schmid - Haus der Barmherzigkeit, Vienna, Austria
  • author Christoph Gisinger - Haus der Barmherzigkeit, Vienna, Austria
  • author Anita Rieder - Medical University of Vienna, Institut für Sozialmedizin, Vienna, Austria
  • author Anton Luger - Medical University of Vienna, Universitätsklinik für Innere Medizin III, Vienna, Austria

14. Grazer Konferenz – Qualität der Lehre: New Horizons in Teaching and Learning. Wien, Österreich, 22.-24.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10grako41

DOI: 10.3205/10grako41, URN: urn:nbn:de:0183-10grako411

Published: November 18, 2010

© 2010 Schuh et al.
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Outline

Poster

Studien zeigen, dass sich ein früh im Studium angesetzter direkter PatientInnenkontakt in einem klinischen Setting positiv auf die Entwicklung der sozialen Kompetenz von Medizinstudierenden auswirkt (z.B. [1], [2], [3], [4]) und daher so früh wie möglich im Curriculum anzustreben ist.

Im Wintersemester 2009/2010 wurde im Medizincurriculum Wien ein neues Curriculum-Element in Kooperation mit dem Institut ,,Haus der Barmherzigkeit" implementiert. In dieser neuen Lehrveranstaltung wird den Studierenden - u.a. durch ein Praktikum in einem Pflegekrankenhaus - bereits im ersten Studiensemester soziale Kompetenz in Theorie und Praxis vermittelt.

Ziel ist es, die Studierenden für Empathie und Wertschätzung im Umgang mit PatientInnen sowie für professionelles Verhalten im interdisziplinären Team zu sensibilisieren.

Das Line-Element umfasst 30 aS. Es besteht aus einem Einführungsseminar (3 aS), einem Seminar (4 aS, Kleingruppen), einem Praktikum (16 aS) und einem Tutorium (4 aS, Kleingruppen).

In den Seminareinheiten wird das Themengebiet theoretisch aufbereitet. Im Praktikum treten die Studierenden in direkten Kontakt zu pflegebedürftigen Personen (1:1 Kontakt von Studierenden und PatientInnen). Die Tätigkeit der Studierenden bewegt sich im gleichen Rahmen wie bei Besuchsdiensten. Parallel zum Praktikum ist ein Dokumentations- und Reflexionsbericht (3 aS) zu verfassen. Im abschließenden Tutorium erfolgt die Reflexion der dabei gemachten Erfahrungen.

Die Line wird in Kooperation mit dem Institut ,,Haus der Barmherzigkeit" abgewickelt.

Der erste Durchlauf des neuen Line-Elements im Wintersemester 2009/10 wurde mittels eines schriftlichen Fragebogens in der letzten Lehrveranstaltungseinheit evaluiert. Eine erste Analyse der Evaluationsergebnisse zeigt, dass die definierten Lernziele erreicht wurden.

Die Implementierung dieses neuen Line-Elements stellt eine wesentliche Weiterentwicklung des Medizincurriculums Wien dar und ist ein Baustein in Richtung Förderung des professionellen Verhaltens unserer Studierenden.


Literatur

1.
Dornan T, Littlewood S, Margolis SA, Scherpbier A, Spencer J, Ypinazar V. How can experience in clinical and community settings contribute to early medical education? A BEME systematic review. Med Teach. 2006;28(1):3-18. DOI: 10.1080/01421590500410971 External link
2.
Hannich HJ, Wiesmann U. Das Lehrkonzept der Community Medicine in Greifswald und eine erste studentische Evaluation des,frühen Patientenkontaktes". Z Allg Med. 2001;77:24-27.
3.
Scavenius M, Schmidt S, Klazinga N. Genesis of the professional-patient relationship in early practical experience: qualitative and quantitative study. Med Educ. 2006;40(10):1037-1044. DOI: 10.1111/j.1365-2929.2006.02594.x External link
4.
von Below B, Hellquist G, Rödjer S, Gunnarsson R, Björkelund C, Wahlqvist M. Medical students' and facilitators' experiences of an Early Professional Contact course: Active and motivated students, strained facilitatores. BMC Med Educ. 2008;8:56. DOI: 10.1186/1472-6920-8-56 External link