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14. Grazer Konferenz – Qualität der Lehre: New Horizons in Teaching and Learning

22. - 24.04.2010, Wien, Österreich

Die Lehre der Medizin in der griechisch-römischen Antike - Inspiration für das Curriculum Humanmedizin des 21. Jahrhunderts?

Poster

  • corresponding author presenting/speaker Daniela Malliga - Medical University of Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Graz, Austria
  • author Ingeborg Keeling - Medical University of Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Graz, Austria
  • author Eva Prandl - Medical University of Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Graz, Austria
  • author Adelheid Kresse - Medical University of Graz, Institut für Pathophysiologie und Immunologie, Graz, Austria
  • author Martin Hubmer - Medical University of Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Graz, Austria
  • author Karl-Heinz Tscheliessnigg - Medical University of Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Graz, Austria

14. Grazer Konferenz – Qualität der Lehre: New Horizons in Teaching and Learning. Wien, Österreich, 22.-24.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10grako33

DOI: 10.3205/10grako33, URN: urn:nbn:de:0183-10grako331

Published: November 18, 2010

© 2010 Malliga et al.
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Die moderne, wissenschaftliche Medizin basiert letztendlich auf den Grundlagen der Heilkunst, die in den Ärzteschulen der griechischen und römischen Antike geschaffen wurden. Hippokrates von Kos und Galenos von Pergamon sind die bestimmenden Persönlichkeiten einer klinisch empirischen und auch bereits physiologisch-experimentellen Medizin, deren Fernwirkungen wir bis heute erfahren.

Die hippokratische Medizin umfasst vier zentrale Elemente des ärztlichen Handelns. Sie bildeten das eigentliche Fundament ärztlichen Handelns, die bis heute Bestand hält. Weitere Medizinschulen der griechischen und römischen Antike waren die der Humananatomie und Physiologie in Alexandria, die der Empiriker, die der Methodiker und die der Pneomatiker. Erstaunlich für diese frühe Zeit existierten bereits Theorien über Blutbewegung und profunde Kenntnisse der Anatomie- und Physiologie. In Abhängigkeit von der Angehörigkeit einer dogmatischen oder empirischen Doktrin der jeweiligen Schule, wurde entweder die Suche nach den verborgenen oder den bereits evidenten Ursachen einer Erkrankung in das Zentrum des Interesses gestellt, während Schulen mit methodischer Doktrin sich weniger mit möglichen Ursachen individueller Erkrankungen, als mit verschiedenen Therapieansätzen befassten.

In den Ärzteschulen der damaligen Zeit wurde in Kleingruppen mit enger, interaktiver Schüler-Lehrer Abhängigkeit unterrichtet. Der ärztliche Unterricht begann mit dem Studium der Anatomie und der Drogen- und Arzneimittelkunde, später gefolgt von der praktischen Unterweisung in die Chirurgie und fand in gesundheitsbezogenen Institutionen und Einrichtungen statt. Hellenistische Medizin, vor allem jene des ptolemäischen Ägyptens - mit Schwerpunkt Alexandria - seit dem 3.Jh.v.Chr. unterschied sich von den hippokratischen Lehren durch ihre Ausrichtung auf die Naturphilosophie und Biologie des Aristoteles und ihren praktischen Schwerpunkt. Während theoretische Modelle in der Krankenpflege selbst zurücktraten, erhielten sie in der Lehre einen eigenen Stellenwert - was nicht zuletzt dazu führte, dass sie einigen antiken Schriftstellern ob ihrer Ferne vom Krankenbett kritisiert wurden. Genügend Mittel und Personal in Alexandria vermochten es die antike Medizin auf vier Säulen zu stellen: Diätik (Lebensführung), Chirurgie, Pharmazie sowie Theorie.