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GMDS 2012: 57. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

16. - 20.09.2012, Braunschweig

Welchen Einfluss haben datenbankspezifische Suchfelder bei systematischen Recherchen in den psychologischen Datenbanken PSYNDEX und PsycINFO auf Trefferzahl und Relevanz der Ergebnisse?

Meeting Abstract

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  • Sabine Gruber - Gemeinsamer Bundesausschuss, Berlin, Deutschland
  • Aleksandra Florek - Gemeinsamer Bundesausschuss, Berlin, Deutschland
  • Marc Nocon - Gemeinsamer Bundesausschuss, Berlin, Deutschland

GMDS 2012. 57. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS). Braunschweig, 16.-20.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12gmds219

DOI: 10.3205/12gmds219, URN: urn:nbn:de:0183-12gmds2197

Published: September 13, 2012

© 2012 Gruber et al.
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Hintergrund und Fragestellung: Jede systematische Recherche zu psychologischen Fragestellungen im Rahmen des Beratungsverfahrens des Gemeinsamen Bundesausschusses erfolgt regelhaft in den Datenbanken PSYNDEX und PsycINFO. Diese Datenbanken enthalten sowohl Datenfelder mit kontrollierten als auch unkontrolliertem Vokabular. Um die Rechercheergebnisse hinsichtlich Vollständigkeit und Präzision zu verbessern, soll beispielhaft zum Thema „unipolare Depression“ und verschiedener psychotherapeutischer Verfahren untersucht werden, ob das Einbeziehen ausgewählter datenbankspezifischer Suchfelder in den psychologischen Datenbanken PSYNDEX und PsycINFO eine zusätzliche qualitative Verbesserung der Suchergebnisse ergibt.

Material und Methoden: Die systematischen Recherchen wurden zur Verhaltenstherapie (VT), zu analytischen Verfahren (AV) und zur Gesprächspsychotherapie (GT) bei „Unipolarer Depression“ in den Datenbanken PSYNDEX und PsycINFO über die Suchoberfläche des Deutschen Institut der Medizinischen Dokumentation und Information (DIMDI) durchgeführt. Im ersten Schritt wurden die regelhaft recherchierten Datenfelder Titel (TI), Abstract (AB) und Controlled Term (CT) durchsucht. Im zweiten Schritt wurde zusätzlich in den datenbankspezifischen Datenfeldern Section Heading (SH), Index Term (IT) und Key Phrase (KP) recherchiert. Anschließend wurden die Ergebnisse der einzelnen Suchschritte zunächst durch einen Datenabgleich geprüft. Im Anschluss wurden die Trefferlisten bezüglich der Relevanz in einem a priori festgelegten Auswahlverfahren von einem fachlich erfahrenen Methodiker anhand von Titel und Abstract gescreent. Einschlusskriterien waren Themenrelevanz und Studientyp (Meta-Analysen, systematische Übersichtsarbeiten und Therapiestudien).

Ergebnisse: Die Trefferanzahl bei der Recherche in üblicherweise benutzten Datenfeldern betrug 5.100 bei VT, 1.289 bei AV sowie 1.622 bei GT. Bei zusätzlicher Berücksichtigung des Datenfeldes KP wurden weitere relevante Treffer identifiziert: 4 aus 186 zusätzlichen Treffer wurden bei VT eingeschlossen, sowie 6 aus 67 bei AV und 1 aus 77 bei GT. Die Suche im Datenfeld SH ergab zwar zusätzliche Treffer (5 bei VT, 5 bei AV sowie 92 bei GT). Diese stellten sich jedoch nach dem Auswahlverfahren als nicht relevant heraus. Im Datenfeld IT wurden bereits beim Datenabgleich keine zusätzlichen Treffer gefunden.

Diskussion/Schlussfolgerung: Das Datenfeld KP sollte bei systematischen Recherchen zu psychologischen Fragestellungen in den Datenbanken PSYNDEX und PsycINFO berücksichtigt werden, da hierdurch die Qualität der Recherche erhöht wird. Im Gegensatz hierzu scheinen die Suchfelder IT und SH keinen zusätzlichen Nutzen zu bringen. Ein Einbezug dieser Datenfelder in systematische Recherchen ist daher nicht notwendig. Allerdings sind weitere Untersuchungen zu anderen Indikationen und psychotherapeutischen Verfahren notwendig, um endgültige Empfehlungen ableiten zu können.