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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Der Landesaktionsplan Gesundheitsförderung und Prävention Mecklenburg-Vorpommern (LAP): Ergebnisse einer begleitenden Evaluation in Kindertageseinrichtungen und Schulen in Mecklenburg-Vorpommern (M-V)

Meeting Abstract

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  • Marco Franze - Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Community Medicine, Greifswald
  • Wolfgang Hoffmann - Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Community Medicine, Greifswald

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds369

DOI: 10.3205/11gmds369, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds3696

Published: September 20, 2011

© 2011 Franze et al.
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Einleitung: Der Landesaktionsplan Gesundheitsförderung und Prävention Mecklenburg-Vorpommern (LAP) wurde unter Einbindung aller Ressorts der Landesregierung M-V, der kommunalen Spitzenverbände und weiterer Akteure der Settings Kindertagesförderung, Schule, Betrieb/Arbeitswelt und Kommune entwickelt und vom Ministerium für Soziales und Gesundheit M-V im Juni 2008 veröffentlicht. Der LAP definiert gemeinsame Ziele, Strategien und Handlungsschwerpunkte zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation in M-V in den o.g. Lebensbereichen. Die im Jahr 2010 durchgeführte begleitende Evaluation zum LAP liefert Informationen zur subjektiven Einschätzung der Entwicklung von Gesundheitsförderung und Prävention (GF/P) in M-V.

Material und Methoden: Die Datenerhebung erfolgte in Form einer retrospektiven Fragebogenstudie (Einschätzung der Situation im Bereich GF/P in 2010 sowie rückblickende Bewertung der Situation in 2008).

Die Fragebögen für Kindertageseinrichtungen (Kitas) und Schulen enthielten nur Aussagen, die sich auf Aktivitäten der jeweils angesprochenen Einrichtung bezogen. Eine einrichtungsübergreifende Einschätzung struktureller Veränderungen im Setting Kita/Schule in M-V erfolgte durch Befragung des Aktionsbündnisses für Gesundheit, welches die Aufgabe hat, den Umsetzungsstand des LAP einzuschätzen und Empfehlungen zur Fortentwicklung landesspezifischer Strategien und Maßnahmen zur GF/P auszusprechen.

Aus der Gesamtheit der Kitas und Schulen wurden nach Trägerschaft geschichtete Zufallsstichproben gezogen (öffentliche vs. private vs. freie Kitas, allgemeinbildende öffentliche vs. private Schulen).

Ergebnisse: Es beteiligten sich insgesamt 242 Personen bzw. Institutionen, darunter n = 71 Kitas (Response: 24%) und n = 62 Schulen (Response: 44%).

Nach Aussage der Kitas sind seit Einführung des LAP in vielen Bereichen Verbesserungen zu berichten, z.B. eine Zunahme der Förderung des kindlichen Bewegungs- und Ernährungsverhaltens, eine Stärkung kindlicher Fähigkeiten zur Stressbewältigung, eine gestiegene Unterstützung zur Verbesserung der Mundgesundheit wie auch zur Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen sowie eine stärkeren Zusammenarbeit mit Eltern (jeweils p < 0,01).

Nach Aussage der antwortenden Schulen sind ebenfalls Verbesserungen zu berichten: Im Jahr 2010 hat der Anteil der Schulen zugenommen, die über ein Schulprogramm inkl. Aspekte der GF/P für Schüler/innen und Lehrkräfte und über einen "Steuerkreis Gesundheit" inkl. Beteiligung von Lehrkräften, Schüler/innen und Eltern verfügen. Ebenso zugenommen hat der Anteil von Schulen, die das Thema GF/P in den Unterrichtsfächern Biologie/Sport und das Thema schulische Suchtprävention im fächerübergreifenden Unterricht berücksichtigen (jeweils p < 0,01).

Diskussion: Gemäß subjektivem Urteil der Akteure sind positive Entwicklungen im Bereich GF/P in Kitas und Schulen in M-V erkennbar. Diese müssen im nächsten Schritt mit objektiven Daten verglichen werden (z.B. Ergebnisse von Einschulungs- und schul(zahn)ärztlichen Untersuchungen). Eine weitere – dann prospektive – Studie in ca. 2 Jahren erscheint sinnvoll. In dieser sollten die systematisch erhobenen Ist-Zustände in 2010 als Basiswerte verwendet werden.


Literatur

1.
Ministerium für Soziales und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern. Landesaktionsplan zur Gesundheitsförderung und Prävention. Schwerin: 2008.