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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Evaluierung der Reliabilität von Serum-Metaboliten als Kandidaten für chronische Erkrankungen in der EPIC-Potsdam Studie mit Hilfe von Targeted Metabolomics

Meeting Abstract

  • Anna Floegel - Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, Nuthetal
  • Dagmar Drogan - Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, Nuthetal
  • Rui Wang-Sattler - Helmholtz Zentrum München, Neuherberg
  • Cornelia Prehn - Helmholtz Zentrum München, Neuherberg
  • Thomas Illig - Helmholtz Zentrum München, Neuherberg
  • Jerzy Adamski - Helmholtz Zentrum München, Neuherberg
  • Hans-Georg Joost - Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, Nuthetal
  • Heiner Boeing - Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, Nuthetal
  • Tobias Pischon - Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Berlin-Buch

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds292

DOI: 10.3205/11gmds292, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds2926

Published: September 20, 2011

© 2011 Floegel et al.
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Hintergrund: Die Kenntnis der Reliabilität von Biomarkern im peripheren Blut ist eine wichtige Voraussetzung für deren Messung zur Risikoabschätzung in großen epidemiologischen Studien. Metabolomics ist ein vielversprechender Forschungszweig, um neue metabolische Biomarker für chronische Erkrankungen zu identifizieren, allerdings liegen bisher nur wenige Informationen über deren Reliabilität im peripheren Blut vor.

Zielstellung/Methoden: Wir untersuchten die inter- und intraindividuelle Varianz sowie die Reliabilität von 163 Serum-Metaboliten bei 100 gesunden Teilnehmern der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-Potsdam Studie, die zwei Nüchtern-Blutproben über einen Zeitraum von 4 Monaten bereitgestellt hatten. Die Targeted Metabolomics Messung umfasste Acyl-Carnitine, Aminsäuren, Glycrophospholipide, Sphingolipide und Zucker. Die Analysen wurden mit der BIOCRATES AbsoluteIDQTM Technologie (FIA-MS/MS) durchgeführt. Die einzelnen Varianzkomponenten wurden mit einem One-Way ANOVA-Modell geschätzt und daraus die Reliabilität als Intraklassen-Korrelationskoeffizient (ICC: Quotient aus interindividueller Varianz und Gesamtvarianz) berechnet.

Ergebnisse: Insgesamt zeigten die 163 Biomarker-Kandidaten eine gute Reliabilität (Median ICC=0,57). Die höchste Reliabilität wurde für Hydroxysphingomyelin C14:1 (ICC=0,85) und die geringste für Acyl-Carnitin C3:1 (ICC=0) ermittelt. Die Reliabilität war gut für Hexose (ICC=0,76), Sphingolipide (Median ICC=0,66), Aminosäuren (Median ICC=0,58) und Glycerophospholipide (Median ICC=0,58). Unter den Acyl-Carnitinen zeigten die Verbindungen mit kurz- und mittelkettigen gesättigten Fettsäuren eine gute bis sehr gute Reliabilität (Spannweite der ICCs: 0,50-0,81), wohingegen die Hydroxyacyl-Carnitine und einfach-ungesättigte Acyl-Carnitine sehr geringe Konzentrationen in dieser Population aufwiesen und damit einhergehend eine geringere Reliabilität (ICC Spannweite: 0,11-0,45 und 0,00-0,63).

Schlussfolgerung: Die meisten der in dieser Studie mit Hilfe eines Targeted Metabolomics Ansatzes gemessenen Metabolite zeigten eine gute Reliabilität. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine einzelne Messung dieser Metabolite ausreichend ist, um eine mögliche Risikoassoziation mit chronischen Erkrankungen in großen epidemiologischen Studien zu untersuchen.