gms | German Medical Science

MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Untersuchung der Kommunikation bei der Übermittlung von HPV high risk-positiven Befunden – Ergebnisse einer Patientinnenbefragung

Meeting Abstract

  • Kathrin Hänselmann - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik, Mainz
  • Melanie Kaiser - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik, Mainz
  • Martina Wankmüller - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik, Mainz
  • Ulrike Bussas - Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
  • Maria Blettner - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik, Mainz
  • Stefanie Klug - UniversitätsKrebszentrum, Dresden

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds278

DOI: 10.3205/11gmds278, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds2785

Published: September 20, 2011

© 2011 Hänselmann et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Einleitung: In zahlreichen Studien wurde gezeigt, dass eine HPV-Infektion eine notwendige Ursache bei der Entstehung eines Zervixkarzinoms ist. Die Diagnose HPV high risk-positiv kann aufgrund mangelnden oder falschen Wissens eine starke Belastung für betroffene Frauen bedeuten. Ängste und Unsicherheiten werden für eine geringe Compliance hinsichtlich weiterer diagnostischer und therapeutischer Vorgehen verantwortlich gemacht. Daher spielt die Arzt-Patientinnen-Kommunikation eine besonders wichtige Rolle.

Methoden: In der MARZY-Studie, einer Kohortenstudie zur Früherkennung des Zervixkarzinoms, wurden von 2005 bis 2009 mehr als 6000 Frauen eingeladen neben dem konventionellen zytologischen Abstrich einen Studienabstrich durchführen zu lassen. Mit diesem Abstrich wurde eine Dünnschichtzytologie und HPV-Nachweis durchgeführt. Von 2010-2011 wurde im Teilprojekt HPVCom allen MARZY-Teilnehmerinnen mit HPV high risk-positivem Befund ein Fragebogen zugesandt. Diese Frauen haben in der Basisuntersuchung Informationen über HPV erhalten. Frauen, die den Fragebogen nicht ausgefüllt zurückgesandt hatten, wurden telefonisch von einer Interviewerin kontaktiert. Ziele dieser Befragung waren die Untersuchung der Kommunikation des Befundes „HPV-positiv“ zwischen niedergelassenen Gynäkologen und Patientinnen sowie die Erfassung von Bedürfnissen, Ängsten und Problemen der Frauen bezüglich der HPV-Infektion. Die Auswertung des Fragebogens erfolgte primär deskriptiv.

Ergebnisse: 228 Frauen wurde ein HPVCom-Fragebogen zugesandt. Insgesamt liegen 188 ausgefüllte Fragebögen (82,5%) vor, von denen 33 in einem telefonischen Interview erhalten wurden. 3,5% der Frauen konnten nicht erreicht werden. 114 Frauen (61%) fühlten sich bei ihrem Gynäkologen in guten Händen, wenn sie das Thema HPV besprechen. 63% gaben an, dass ihnen der HPV-Befund genau genug erklärt wurde. 72 Frauen (38%) waren der Meinung hinsichtlich des Ergebnisses ihres HPV-Befundes viel verstanden und 35% alles verstanden zu haben. 29 Frauen (15,4%) machten sich Sorgen, dass sie wegen der HPV-Infektion Krebs bekommen könnten.

Diskussion: Die meisten Frauen in der MARZY-Studie waren über HPV gut informiert. Über den Fragebogen konnte verifiziert werden, dass ein hoher Anteil der Frauen, die hinsichtlich des HPV-Ergebnisses viel verstanden hatten, auch wussten, was HPV ist. Die Zufriedenheit mit den behandelnden Gynäkologen war hoch.