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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Messung des sozioökonomischen Status in der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA)

Meeting Abstract

  • Thomas Lampert - Robert Koch-Institut, Berlin
  • Lars Eric Kroll - Robert Koch-Institut, Berlin
  • Stephan Müters - Robert Koch-Institut, Berlin
  • Heribert Stolzenberg - Robert Koch-Institut, Berlin

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds126

DOI: 10.3205/11gmds126, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds1264

Published: September 20, 2011

© 2011 Lampert et al.
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Hintergrund: Der sozioökonomische Status (SES) stellt eine zentrale Analysekategorie der epidemiologischen Forschung und Gesundheitsberichterstattung dar. Gemessen wird der SES zumeist anhand von Angaben zum Bildungsniveau, zur beruflichen Stellung und zu den Einkommensverhältnissen und auf dieser Grundlage ein additiver Punktsummenscore berechnet. Als Orientierung dient dabei in den meisten Fällen ein Operationalisierungsvorschlag, der für den Bundes-Gesundheitssurvey 1998 des Robert Koch-Institutes (RKI) entwickelt wurde und auch der Empfehlung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (DAE) zugrunde liegt.

Methode: Für die Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell (GEDA)“, einer telefonischen Befragung, die von Juli 2008 bis Mai 2009 vom RKI durchgeführt wurde und für die 18-jährige und ältere Wohnbevölkerung Deutschlands repräsentativ ist (n=21.262, Cooperation rate=51,2%), wurde das bisherige Vorgehen auf den Prüfstand gestellt und weiterentwickelt. Geprüft wurde sowohl die Relevanz der mehrdimensionalen Betrachtung und der Einzelindikatoren Bildung, Berufsstatus und Einkommen als auch die Operationalisierung entlang dieser Dimensionen und die Berechnung des Punktsummenscores. Als Gesundheitsoutcomes wurden exemplarisch der selbsteingeschätzte allgemeine Gesundheitszustand, Adipositas und Rauchen betrachtet.

Ergebnisse: Die Ergebnisse bestätigen die Bedeutung der betrachteten Einzelindikatoren und des mehrdimensionalen Punktsummenscores für Analysen des Zusammenhangs zwischen dem SES und der Gesundheit. Bezüglich der Operationalisierung wurden gegenüber dem bislang üblichen Vorgehen erhebliche Optimierungspotenziale identifiziert und umgesetzt. Diese betreffen z.B. die Verwendung des Netto-Äquivalenzeinkommens anstatt des Haushaltsnettoeinkommens, die Nutzung zusätzlicher Informationen bei der Ersetzung fehlender Angaben sowie die nach transparenten Regeln erfolgende Abgrenzung von Statusgruppen.

Schlussfolgerung: Durch die Weiterentwicklung der Messung des SES wird dem gesellschaftlichen Wandel, z.B. in Bezug auf die Einkommensinflation und den Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, Rechnung getragen. Außerdem ergeben sich Vorteile für das Gesundheitsmonitoring am RKI, z.B. die Analyse zeitlicher Entwicklungen und Trends. Aus diesem Grund wird der SES im Rahmen der anderen Komponenten des Gesundheitsmonitorings, d.h. der Studie „Gesundheit von Erwachsenen in Deutschland“ (DEGS) und des „Kinder- und Jugendgesundheitssurvey“ (KiGGS) in gleicher Weise gemessen.