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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Häufigkeit von Hysterektomien in einer bevölkerungsbezogenen Kohorte in Rheinland-Pfalz (MARZY-Studie)

Meeting Abstract

  • Veronika Weyer - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
  • Jochem König - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
  • Maria Blettner - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
  • Benjamin Engelhardt - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
  • Stefanie Klug - Universitäts KrebsCentrum Dresden, Tumorepidemiologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, TU Dresden, Dresden

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds124

DOI: 10.3205/11gmds124, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds1247

Published: September 20, 2011

© 2011 Weyer et al.
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Hintergrund: Die Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter) ist mit ca. 150.000 Operationen jährlich in Deutschland einer der häufigsten Eingriffe in der Gynäkologie. Eine Hysterektomie (HE) wird aus verschiedenen Gründen durchgeführt. Zu den häufigsten Gründen zählen überwiegend gutartige Erkrankungen, wie gutartige Tumore oder funktionelle Störungen, aber auch bösartige Erkrankungen der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses. Im Rahmen der bevölkerungsbezogenen MARZY-Studie, einer Machbarkeitsstudie zur Verbesserung der Früherkennung des Zervixkarzinoms, soll die HE-Häufigkeit in der dort erhobenen Kohorte berechnet werden.

Material und Methoden: Zwischen Januar 2005 und Januar 2007 wurde die Basisuntersuchung der MARZY-Kohorte in der Stadt Mainz und dem Umkreis Mainz-Bingen durchgeführt. Es wurden Daten von 6429 Frauen im Alter zwischen 30 und 65 Jahren in der Studie erhoben. Anhand der 4778 Frauen, von denen der HE-Status bekannt ist, wurde die Häufigkeit von HE geschätzt. Die Verteilung der HE-freien Zeit wurde anhand einer Kaplan-Meier Kurve analysiert. Daraus ergab sich die Wahrscheinlichkeit bis zum 65. Lebensjahr hysterektomiert zu sein. Zusätzlich konnte daraus die trunkierte Verteilung des Alters bei Hysterektomie in 10 Altersgruppen (5-Jahres-Schritte) abgeleitet werden. Durch Anpassen eines Cox-Modells mit zeitabhängiger Kovariable und Schätzung von kumulierten Hazardraten wurde untersucht wie die HE-Rate von Alter und Kalenderzeit bei HE abhängt.

Ergebnisse: Insgesamt wurde bei 961 (20.1%) der Frauen bis zum Studienbeginn eine Hysterektomie durchgeführt. Von diesen 961 hysterektomierten Frauen ist bei 850 (88.4%) das Datum der Hysterektomie bekannt. Die Wahrscheinlichkeit bis zum 65. Lebensjahr hysterektomiert zu werden liegt bei 33.4%. Für Frauen mit einer HE vor dem 65. Lebensjahr findet der Eingriff am wahrscheinlichsten in der Altersgruppe der 45- bis 49-jährigen Frauen statt (21.9%). Mit zunehmendem Alter fällt diese Wahrscheinlichkeit bis 65 Jahre dann wieder auf 6.9% (Altersgruppe 60-64-Jährige). Die in der Kohorte vorliegenden Hysterektomien waren in den Jahren von 1958 bis 2006 durchgeführt worden. In Abhängigkeit von der Kalenderzeit nimmt die altersspezifische HE-Rate im Laufe der Jahre ab.

Schlussfolgerung: Bei der Schätzung der Hysterektomiehäufigkeit sollten sowohl die unterschiedlichen Altersklassen, als auch die Kalenderzeit als Einflussgrößen berücksichtigt werden. Die Methoden der Überlebenszeitanalyse machen dies möglich.