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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Planung und Auswertung von Nichtunterlegenheits-Studien mit mehreren primären Endpunkten

Meeting Abstract

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  • Meinhard Kieser - Institut für Medizinische Biometrie und Informatik, Heidelberg
  • Kathrin Stucke - Institut für Medizinische Biometrie und Informatik, Heidelberg

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds078

DOI: 10.3205/11gmds078, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds0786

Published: September 20, 2011

© 2011 Kieser et al.
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Einleitung: Nichtunterlegenheits-Studien werden in den letzten Jahren zum Wirksamkeitsnachweis neuer Behandlungen immer häufiger durchgeführt. Zweiarmige Nichtunterlegenheits-Studien kommen dann zum Einsatz, wenn eine Placebo-kontrollierte Studie ethisch nicht vertretbar ist und eine Überlegenheit gegenüber einer aktiven Kontrollbehandlung hinsichtlich der Wirksamkeit nicht erwartet werden kann. In diesen Situationen verspricht man sich von der neuen Therapie – und nur dies rechtfertigt es, dass eine geringfügige Unterlegenheit hinsichtlich der Wirksamkeit akzeptabel ist – einen Vorteil bezüglich eines oder mehrerer weiterer Endpunkte, wie beispielsweise der Verträglichkeit der Therapie oder der Lebensqualität der Patienten. Deshalb sind Methoden wünschenswert, die den simultanen Nachweis der Nichtunterlegenheit in einem Endpunkt (in aller Regel für die primäre Zielgröße, mit der die Wirksamkeit evaluiert wird) und der Überlegenheit in anderen Endpunkten ermöglichen.

Methoden: Aufbauend auf einem von Chuang-Stein et al. [1] vorgeschlagenen Fehlerkonzept wurde ein multiples Testverfahren konstruiert, mit dem der simultane Nachweis der Nichtunterlegenheit bezüglich der Wirksamkeitsvariable und der Überlegenheit bezüglich eines oder mehrerer Endpunkte, die andere Aspekte der Therapie erfassen, geführt werden kann. Der für normalverteilte Daten konstruierte Test wurde auf die Situation binärer Daten sowie beliebig vieler Endpunkte erweitert. Die Eigenschaften dieser Tests wurden hinsichtlich der statistischen Power untersucht und mit alternativen Verfahren, die in dieser Situation bislang zum Einsatz kamen, z.B. dem Intersection-Union-Test (IUT), verglichen.

Ergebnisse: Es zeigt sich, dass der auf dem neuen Fehlerkonzept basierende Test im Vergleich zum IUT mit deutlich niedrigeren Stichprobenumfängen auskommt; die benötigte Gesamtfallzahl ist um bis zu 20% geringer.

Schlussfolgerungen: Die Implementierung einer Testprozedur zum simultanen Nachweis der Nichtunterlegenheit bezüglich der Wirksamkeit und der Überlegenheit bezüglich alternativer Endpunkte scheiterte bislang an der für die Praxis inakzeptabel hohen notwendigen Fallzahl. Durch die Verwendung der vorgeschlagenen Methodik kann eine deutliche Reduzierung der Fallzahl erzielt werden, womit sich die Möglichkeit zur Durchführung von Nichtunterlegenheits-Studien mit dieser Zielsetzung eröffnet.


Literatur

1.
Chuang-Stein C, Stryszak P, Dmitrienko A, Offen W. Challange of multiple co-primary endpoints: A new approach. Statistics in Medicine. 2007;26:1181-92.