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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Trauma Netzwerk Nord-West: Optimierung der ganzheitlichen Versorgung von Trauma-Patienten durch den Einsatz internetbasierter und mobiler Technologien

Meeting Abstract

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  • Michael Spitzer - Medizinische Informatik und Biomathematik, Münster
  • Hendrik Verst - Medizinische Informatik und Biomathematik, Münster
  • Christian Juhra - Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Münster
  • Frank Ückert - Medizinische Informatik und Biomathematik, Münster

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds327

DOI: 10.3205/09gmds327, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds3278

Published: September 2, 2009

© 2009 Spitzer et al.
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Einleitung: Pro Jahr verunglücken deutschlandweit ca. 6,5 Millionen Menschen, davon 20.000 schwer. Bezogen auf Nordrhein-Westfalen entspricht dies zwei Schwerstunfällen pro Tag, davon einer mit Todesfolge. Neben tragischen Konsequenzen für Familie und Verwandte sind die sozio-ökonomischen Konsequenzen vor allem bei jungen Trauma-Patienten oft schwerwiegend. Im Schnitt verursachen diese einen Produktivitätsverlust von jährlich ca. fünf Milliarden Euro, wovon alleine zehn Millionen auf die akute Erstversorgung entfallen. Eine Senkung der Sterblichkeitsrate um 18%, wie z.B. in [1] erreicht, würde somit signifikant Ressourcen freisetzen.

Methoden: Die Initiative „Trauma-Netzwerk Nord-West“ verfolgt das Ziel der Optimierung von Erst- und Folgeversorgung schwerstverletzter Patienten. Dies soll durch Intensivierung und Optimierung des Austauschs von Informationen sowie Expertenwissen zwischen teilnehmenden Kliniken erreicht werden, um so eine optimale kontinuierliche Versorgung über Klinikgrenzen und auch Landesgrenzen hinaus zu gewährleisten. Mit 42 deutschen sowie zwei niederländischen Kliniken bildet das Netzwerk bereits das größte Trauma-Netzwerk Deutschlands.

Die Versorgungsoptimierung von Trauma-Patienten soll erreicht durch

  • Etablierung geeigneter Organisationsstrukturen und Standards,
  • Aufbau einer angepassten IT-Infrastruktur, zusammengesetzt aus zentralen Server- sowie mobilen Komponenten,
  • Verbesserung und Etablierung von Standards zur Kommunikation sowie zur Koordinierung institutionsübergreifender Versorgung von Trauma-Patienten,
  • Steigerung der Kosteneffizienz durch gemeinsame Nutzung existierender Einrichtungen, wie z.B. spezielle und teure medizinische Geräte,
  • Einrichtung eines Schulungsprogramms für Netzwerkteilnehmer.

Notärzte wie Leitstellen sollen durch Anbindung GPS-fähiger Mobilgeräte an die zentralen IT-Komponenten bei der schnellstmöglichen Einlieferung von Patienten in Kliniken mit passender Versorgungsstufe und/oder Spezialeinrichtungen unterstützt werden. Profile der teilnehmenden Kliniken werden zentral gepflegt und geben aktuelle Auskunft über Belegung und verfügbare oder defekte Einrichtungen. Diese Informationen können von Leitstellen sowie Notärzten in ihre Einlieferungsentscheidung einbezogen werden.

Diskussion: Positive Effekte durch die Gründung eines Trauma-Netzwerks wurden neben [1] auch in [2], [3] und [4] gefunden. Durch die Etablierung des grenzübergreifenden Trauma-Netzwerks Nord-West sollen ähnliche Effekte auch in den Regionen Nordrhein-Westfalen und angrenzenden niederländischen Gebieten erreicht werden.


Literatur

1.
Durham R, Pracht E, Orban B, Lottenburg L, Tepas J, Flint L. Evaluation of a mature trauma system. Ann Surg. 2006;243(6):775-785.
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Ursic C, Curtis K, Zou Y, Black D. Improved trauma patient outcomes after implementation of a dedicated trauma admitting service. Injury. 2009;40(1):99-103. DOI: 10.1016/j.injury.2008.06.034 External link
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4.
Macias CA, Rosengart MR, Puyana JC, Linde-Zwirble WT, Smith W, Peitzman AB, Angus DC. The effects of trauma center care, admission volume, and surgical volume on paralysis after traumatic spinal cord injury. Ann Surg. 2009;249(1):10-17.
5.
Wurmb TE, Frühwald P, Knuepffer J, Schuster F, Kredel M, Roewer N, Brederlau J. Application of standard operating procedures accelerates the process of trauma care in patients with multiple injuries. Eur J Emerg Med. 2008;15(6):311-317.
6.
Gedeborg R, Thiblin I, Byberg L, Wernroth L, Michaëlsson K. The impact of clinically undiagnosed injuries on survival estimates. Crit Care Med. 2009;37(2):449-55.
7.
Maglogiannis I, Hadjiefthymiades S. EmerLoc: location-based services for emergency medical incidents. Int J Med Inform. 2007;76(10):747-759.
8.
http://www.tmf-ev.de/
9.
Wang SJ, Middleton B, Prosser LA, Bardon CG, Spurr CD, Carchidi PJ, Kittler AF, Goldszer RC, Fairchild DG, Sussman AJ, Kuperman GJ, Bates DW. A cost-benefit analysis of electronic medical records in primary care. Am J Med. 2003;114(5):397-403.
10.
Cheung KH, Yip KY, Townsend JP, Scotch M. HCLS 2.0/3.0: health care and life sciences data mashup using Web 2.0/3.0. J Biomed Inform. 2008;41(5):694-705.