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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Prospektive Studie zur Erfassung der Ergebnisse der radikalen Prostatektomie

Meeting Abstract

  • Michaela Vanberg - Kliniken Essen-Mitte GmbH, Klinik für Urologie, Kinderurologie und Urologische Onkologie, Essen
  • Ulla Roggenbuck - Universität Duisburg-Essen, Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Essen
  • Virgilijus Klevecka - Kliniken Essen-Mitte GmbH, Klinik für Urologie, Kinderurologie und Urologische Onkologie, Essen
  • Michael Musch - Kliniken Essen-Mitte GmbH, Klinik für Urologie, Kinderurologie und Urologische Onkologie, Essen
  • Darko Kröpfl - Kliniken Essen-Mitte GmbH, Klinik für Urologie, Kinderurologie und Urologische Onkologie, Essen

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds322

DOI: 10.3205/09gmds322, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds3223

Published: September 2, 2009

© 2009 Vanberg et al.
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Text

Einleitung: Die radikale Prostatektomie (RRP) ist eine der häufigsten großen urologischen Operationen. Deren onkologischen und funktionellen Ergebnisse beeinflussen maßgeblich die Prognose und die Lebensqualität der Betroffenen. So ist eine kontinuierliche Evaluation zu folgenden Bereichen naheliegend: Tumorfreiheit, Kontinenz, Potenz und Lebensqualität.

Material und Methoden: Um einen Vergleich zwischen prä- und postoperativen Zuständen o. g. Bereiche zu erhalten, wurde 03/2004 mit einer prospektiven Datenerhebung bis zwei Jahre postoperativ begonnen. Neben den validierten Fragebögen (FB) QLQ30, IIEF-5 und ICS-Male werden Fragen zum Progress, zu Komplikationen und zur sexuellen Rehabilitation gestellt. Als Datenbank -Software wird MS Access® eingesetzt, eine Schnittstelle zum Krankenhausinformations-system liegt nicht vor. Es wurde ein generisches, relationales Datenbankmodell sowie ein Tool zur automatisierten Koordination des Fragebogen-Versandes (Optitool©) entwickelt und implementiert. Die Eingabemasken entsprechen den Fragebögen. Zur Datenauswertung wird SAS® eingesetzt.

Ergebnisse: Im Zeitraum 03/2004 bis 08/2008 wurden n=822 Patienten einer RRP unterzogen. Von diesen haben n=588 mindestens zwei Fragebögen (Intervall 0 und mindestens ein postoperatives Intervall) zurückgeschickt. Die Rücklaufquoten zu den einzelnen Zeitpunkten sind wie folgt: präoperativ = 99%, 3=71%, 6=72%, 12=69%, 18=60% und 24 Monate postoperativ = 58%. Auf dieser Grundlage konnten bereits mehrere Vorträge auf nationalen und internationalen urologischen Fachkongressen gehalten sowie wissenschaftliche Arbeiten in Fachzeitschriften publiziert werden. Durch die Implementierung des Optitools© ist eine aufwandsminimierte und komfortable Studienadministration möglich.

Diskussion: Eine Schnittstelle zum Krankenhausinformationssystem ist zur Qualitätssicherung und zur Minimierung des Arbeitsaufwands unbedingt erforderlich. Ebenso notwendig ist ein Datenbankmanagementsystem zur Verwaltung größerer Datenmengen und Sicherstellung eines stabilen Mehrbenutzerbetriebes.

Die Aussagekraft einiger validierter Fragebogenmodule scheint nicht immer realitätsnah und sollte kritisch betrachtet werden.

Schlussfolgerungen: Die Datenerhebung und Verarbeitung mittels gewählter Methoden ermöglichen Auswertungen zu o. g. Bereichen, die internationalen Vergleichen standhalten. Der Aufwand erscheint hinsichtlich der kontinuierlichen Qualitätssicherung mehr als gerechtfertigt. So profitieren insbesondere die Patienten, aber auch die Klinik selbst von der eigenen wissenschaftlichen Arbeit.