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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Evaluation des Nutzenpotenzials mobiler Dokumentationswerkzeuge im Krankenhausalltag

Meeting Abstract

  • Stefan Skonetzki-Cheng - Friedrich Alexander Universität Erlangen, Erlangen
  • Christa Geiss - Universitätsklinikum, Anästhesiologische Klinik, Erlangen
  • Katrin Fränkel - Friedrich Alexander Universität Erlangen, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds306

DOI: 10.3205/09gmds306, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds3067

Published: September 2, 2009

© 2009 Skonetzki-Cheng et al.
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Einleitung: Untrennbar mit dem Einsatz von elektronischen Dokumentationssystemen ist das Problem verbunden, dass behandlungsrelevante Informationen nur noch an PC-Arbeitsplatzrechnern verfügbar sind. Damit stehen sie oft nicht mehr in den eigentlich Behandlungssituationen zur Verfügung. Seit vielen Jahren gibt es daher Bemühungen einen mobilen Zugriff auf diese Daten zu schaffen. Bisherige Ansätze erlauben häufig jedoch lediglich das Abrufen von Informationen, während die mobile Dokumentation eher die Ausnahme bleibt. Die Gründe hierfür liegen vor allem im ergonomischen Bereich. Daher wurden am Universitätsklinikum Erlangen verschiedene Dokumentationssysteme zur Anwendungsreife gebracht, welche speziell für den mobilen Einsatz konzipiert und optimiert sind.

Material und Methoden: Begleitend zur Einführung von VisioPad, einem Dokumentationssystem für die Visiten des Akutschmerzdienstes, wurde in Form einer prospektiven Interventionsstudie untersucht, welchen Einfluss das System auf die Arbeitsabläufe und die Akzeptanz bei den Nutzern hat. Hierzu wurden für die Arbeitsabläufe, bei denen Informationen abgerufen bzw. dokumentiert werden sowie deren Vor- und Nachbereitung, die Bearbeitungszeiten vor und nach der Einführung gemessen. Parallel wurden jeweils vor und nach der Einführung von VisioPad die Anwender mit Hilfe eines Fragebogens hinsichtlich ihrer Erwartungshaltung, Einstellung und Beurteilung befragt.

Ergebnisse: Diese Studie zeigte, dass die bereits im Vorfeld gute Motivation nochmals leicht gestiegen ist und dass die Erwartungen der Anwender erfüllt werden konnten. Eine nur leichte Verzögerung (20s) hat es bei den Dokumentationszeiten pro Patient gegeben, obwohl Dokumentationsumfang als auch Vollständigkeit angestiegen sind. Eine signifikante Zeitreduktion konnte hingegen durch die automatisierte Vor- und Nachbearbeitung (Gesamtreduktion 18,5 Minuten pro Patient) erreicht werden.

Diskussion / Schlussfolgerungen: Auf den mobilen Einsatz spezialisierte Softwareanwendungen können die Erwartungen der Anwender besser erfüllen und die vorhandenen Potentiale zur Zeitersparnis effektiv nutzten. Dieser Nutzen überwiegt in dem hier gezeigten Beispiel deutlich den Aufwand, der für die gesonderte Softwareentwicklung, die zusätzliche Anwendungsbetreuung und vor allem die vollständige Datenintegration mit dem KAS/KIS notwendig geworden ist.