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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Beurteilung der BARMER-eGA durch die Versicherten

Meeting Abstract

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  • Hanna Kirchner - Forschungsbeauftragte für das BARMER-Forschungsvorhaben elektronisch Gesundheitsakte, Köln
  • Joachim Dudeck - Institut für Medizinische Informatik, Universität Giessen, Giessen
  • Karl-Heinz Jöckel - Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (IMIBE), Universität Duisburg-Essen, Essen

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds297

DOI: 10.3205/09gmds297, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds2975

Published: September 2, 2009

© 2009 Kirchner et al.
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Die Teilnehmer am Forschungsprojekt „BARMER elektronische Gesundheitsakte“ wurden 3 Monate nach Registrierung in einem Online- Survey befragt, wie sie die Akte, deren Möglichkeiten und die Handhabung einschätzen.

Kosten für eine Gesundheitsakte akzeptiert die Mehrheit der Teilnehmer der Querschnitterhebung unter den BARMER-Versicherten nicht. 65% erwartet die kostenlose Bereitstellung einer Gesundheitsakte durch die Krankenversicherung. 7%/4% würden 2,-/5,- Euro monatlich zahlen. Das stellt die bisher angedachten Geschäftsmodelle der Aktenanbieter in Frage, die von einem durchschnittlichen Preis von 5,- Euro monatlich ausgehen.

99,5% der Teilnehmer am Online-Survey nutzen die Akte ausschließlich für sich persönlich, nicht für ihre Kinder, ihre multimorbiden Eltern oder andere Angehörige. Anmeldeverfahren und Passwortvergabe berühren viele Aspekte der Datensicherheit und sind deshalb ein erfolgskritischer Fakte für jede Akte. 55% beurteilten den im Forschungsvorhaben eingesetzten Prozess mit Online-Registrierung, PIN-Brief und Einmalpasswort als gut und hatten keine Probleme bei der Registrierung und Anmeldung. 28% fanden den Prozess umständlich, konnten es aber ohne Hilfe bewältigen. Für 11% der Teilnehmer war der Prozess zu umständlich, sie brauchten Unterstützung. Auffällig waren viele Kontakte im Support zum den Themen „Anmeldung“ und „Passwort vergessen“.

Die allgemeinen Aspekte der Nutzerfreundlichkeit wurden ca. zur Hälfte mit gut bis sehr gut bewertet. Gefragt wurde u.a. nach allgemeiner Bedienungsfreundlichkeit, Übersichtlichkeit der Navigation, Einfachheit der Dateneingabe, Übersichtlichkeit der Präsentation von Daten, optischer Gestaltung und Design sowie Spektrum und Umfang der Eingabemöglichkeiten. 71% aller Teilnehmer hatten den Gesundheitsratgeber bereits genutzt. 51% konnten schnell relevante Krankheitsinformationen im Gesundheitsratgeber finden. Allerdings haben 27% diesen nicht gezielt eingesetzt. Nur wenige Teilnehmer (12%) hatten vom Ratgeber keinen Nutzen, 3% waren von der Information verwirrt.

Ca. ein Drittel der Nutzer gab an, von den Informationen auf verschiedene Weisen profitiert zu haben. Die Werbefreiheit der Akte war 78% sehr wichtig bzw. wichtig. 7% würden Werbung in Kauf nehmen, wenn die Akte kostenfrei wäre.


Literatur

1.
Prokosch HU. Internetnutzung zu Gesundheitsfragen (E-Health-Trends 2005–2007): Kontinuierlicher Anstieg . Dtsch Arztebl. 2008;105(50):A-2712/B-2300/C-2216.
2.
Markle Foundation. Connecting for Health: A Public-Private Collaborative: The Personal health Working Group: Final report. 2003. Available from: http://www.connectingforhealth.net/resources/final_phwg_report1.pdf External link
3.
Kim MI, Johnson KB. Personal health Records: Evaluation of Functionality and Utility. J Am Med Inform Assoc. 2002;9:171-80.