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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Abbildung des anästhesiologischen Kerndatensatzes der DGAI und des BDA in Snomed CT, LOINC, Alpha ID und ICD-10 GM

Meeting Abstract

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  • Martin Müller - Evangelisches Krankenhaus Köln Kalk gGmbH, Köln
  • Sylvia Thun - Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), Köln
  • Rainer Röhrig - Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH Standort Gießen, Gießen

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds277

DOI: 10.3205/09gmds277, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds2779

Published: September 2, 2009

© 2009 Müller et al.
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Einleitung: Der Kerndatensatz Anästhesie (KDA) der Deutschen Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin (DGAI) und des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten (BDA) umfasst in der aktuell gültigen Version 322 Konzepte, die in unterschiedliche Gruppen unterteilt sind [1], http://www.dgai.de/06pdf/08_413-QS-Sicherung.pdf. Neben Struktur- und administrativen Daten werden vor allem patientenbezogene Vorerkrankungen und Befunde, sowie perioperative Verlaufsparameter und Kennzahlen erfasst. Eine Sonderstellung nehmen die 200 verschiedenen anästhesiologischen Verlaufsbeobachtungen (AVB) ein, mit denen relevante Ereignisse nach Schweregrad gewichtet während der Anästhesie erfasst werden.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Anästhesieinformationsmanagementsystemen (AIMS) wächst der Anspruch auf eine Interoparablität der zu erfassenden Daten, sowohl innerhalb einer Klinik als auch für wissenschaftliche Forschungsprojekte [2], [3], [4], [5], [6].

Das Ziel dieser Arbeit war zu untersuchen, ob eine strukturierte Abbildung des KDA mit aktuellen Nomenklaturen und Klassifikationen möglich ist.

Methodik: Es wurde die Abbildung der Terme des KDA wurden mit den Nomenklaturen LOINC-Version 2.24 [4], [5], [6], [7], [8], [9], http://www.regenstrief.org/loinc, http://www.dimdi.de/static/de/ehealth/loinc/index.htm, SNOMED-CT-Core-Version (Stand: 01/2009) http://www.ihtsdo.org/snomed-ct/, [10],sowie der Alpha-ID und der Klassifikation ICD-10-GM2009 [10] untersucht. Dabei wurden die Mappingtools RELMA 3.24 [6] und Clue-Browser (V5.5) http://www.dimdi.de/static/de/klassi/diagnosen/ verwendet.

Ergebnisse: In LOINC konnten 15% in Snomed CT ca. 62% der Konzepte des KDA abgebildet werden.

ICD und Alpha-ID bilden ausschließlich Diagnosen und Befunde ab, so dass hier nur die AVB untersuchte wurden. Es konnten 80% der AVB-Konzepte mit der ICD abgebildet werden. Allerdings werden unter einzelnen ICD-Code bis zu 25 AVB subsumiert. Die Abbildung mit der Alpha-ID ist wesentlich präsziser, bildet jedoch auch nur 80% der Begriffe ab.

Schlußfolgerungen: Die Abbildung des KDA ist derzeit nur unvollständig möglich. Eine Kodierung der AVB mit ICD ist schon weitestgehend vollständig möglich, wobei die Apha-Id auch hinreichend präzise ist. Um in Zukunft den Mappingaufwand in einzelnen Kliniken zu reduzieren und die erfassten Daten auch für Zweitverwertungen verwenden zu können ist das Einbringen anästhesiologischer Konzepte in die Standardisierungsgremien notwendig.


Literatur

1.
Runder Tisch "Qualitätssicherung in der Anästhesie von DGAI und BDA". Modifikation des Kerndatensatzes Anästhesie. Anästh Intensivmed. 1999;40:649-58.
2.
Raetzel M, Junger A, Röhrig R, Bleicher W, Branitzi P, Kristinus B, Pollwein B, Prause A, Specht M. Allgemeine Empfehlungen und Anforderungen zur Implementierung von DV-Sytemen in Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie ( Arbeitsgruppe EDV des Forums Qualitätsmanagement und Ökonomie der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten (BDA)). Anästh Intensivmed. 2005;46 Suppl 2:S21-31.
3.
Branitzki P, Junger A, Bleicher W, Pollwein B, Prause A, Röhrig R, Specht M. Spezielle Empfehlungen und Anforderungen zur Implementierung eines Anästhesie-Informations- Management-Systems (AMS) ( Arbeitsgruppe EDV des Forums Qualitätsmanagement und Ökonomie der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten (BDA)). Anästh Intensivmed. 2007;48:Suppl:282-90.
4.
Michel-Backofen A, Röhrig R, Junger A, Hartmann B, Marquardt K. Abbildbarkeit des Strukturierten Vokabulars eines PDMS auf das LOINC Vokabular. In: 50. Jahrestagung gmds; 2005.
5.
Rüth R, Michel-Backofen A, Katzer C, Meister M, Hartmann B, Thun S, Röhrig R. Abbildung des strukturierten Vokabulars einer Intensivstation in LOINC. Telemed Berlin; 2007.
6.
Prokosch HU, Ganslandt T. Reusing the Electronic Medical Record for Clinical Research. Methds Inf Med. 2009;48:38-44.
7.
McDonald C, Schadow G, Suico J, Heitmann K. Sprechen Sie LOINC? HL7- Mitteilungen. 2000;(8):6-11.
8.
Bakken S, et al. Evaluation of the Clinical LOINC Semantic Structure as a Terminology Model for Standardized Assessment Measures. J Am Med Inform Assoc. 2000;7(6):529-38.
9.
Semler SC. Labor- und Vitaldatenkommunikation: Standardisierung durch LOINC. Deutsches Ärzteblatt. 100(11)
10.
SNOMED International. Clue 5.5, a browser for SNOMED CT. Chicago: SNOMED International. Core0701. 2007.