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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Computer, Absturz, Error – Wie beurteilen Medizinstudierenden das Unterrichtsfach Medizinische Informatik?

Meeting Abstract

  • Marianne Behrends - Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
  • Jörn Krückeberg - Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
  • Thomas Kupka - Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
  • Ute von Jan - Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
  • Herbert K. Matthies - Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds228

DOI: 10.3205/09gmds228, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds2284

Published: September 2, 2009

© 2009 Behrends et al.
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Outline

Text

Einleitung: Unter dem Paradigma des patientenorientierten Unterrichts haben es theoretische Fächer wie die Medizinische Informatik (MI) schwer, positive Beurteilungen durch Medizinstudierende zu erhalten, da im Gegensatz zu den klinischen Fächern Patientenkontakte fehlen, die es ermöglichen, durch Fallbeispiele den Praxisbezug und die Berufsrelevanz zu veranschaulichen. Mit dem Ziel die Bedeutung der MI in den verschiedenen Phasen der Patientenversorgung aufzuzeigen, wurde zu Beginn des Studienjahres 2008/2009 ein fiktiver Patient als Leitfigur in den Lehrveranstaltungen zur MI eingeführt [1].

Material und Methoden: Zu Beginn und am Ende der Veranstaltungsreihe zur MI wurden die Studierenden anhand eines Fragebogens zur Relevanz der MI befragt. Die Befragung sollte die Hypothese überprüfen, dass mangelndes Interesse der Studierenden bedingt ist durch Unkenntnis über die Rolle der MI in der medizinischen Versorgung. Die Rolle der Medizinischen Informatik wurde außerdem mit den Studierenden im Seminar diskutiert. Anonyme Foren innerhalb des LMS ILIAS wurden dabei benutzt, um Stellungnahmen der Studierenden zu sammeln und zu diskutieren.

Ergebnisse: Die Auswertung der Fragebögen und der Forenbeiträge macht deutlich, dass die Studierenden sehr wohl um die Bedeutung der Medizinischen Informatik für die Medizin wissen, dass sie aber wenig Interesse haben, sich im Rahmen des arbeitsintensiven Medizinstudiums damit zu beschäftigen. Medizinische Informatik wird als die Anwendung von Computerprogrammen verstanden, die besser je nach Bedarf erlernt werden kann, oder als Fachgebiet für IT-Spezialisten angesehen.

Diskussion: Zwar ist den Studierenden die Relevanz der Medizinischen Informatik für die Medizin bewusst, doch es bleibt für sie diffus, welche Kompetenzen sie in diesem Bereich als Studierende und als Ärzte wirklich brauchen. Bei der Unterrichtskonzeption scheint es daher notwendig, das Paradigma der Patientenorientierung in Richtung einer Diskussion über ärztliche Kompetenzen im Bereich der Medizinischen Informatik zu erweitern. Publikationen über die Möglichkeiten des Kompetenzerwerbs im Querschnittsbereich „Epidemiologie, Medizinische Biometrie und Medizinische Informatik“ thematisieren dabei noch zu wenig die Anforderungen an die Medizinische Informatik [2], [3], [4].


Literatur

1.
Stang A, Hense HW, Jöckel KH. Epidemiologie, medizinische Biometrie und medizinische Informatik (Q1) - klinische Relevanz des Lehrstoffs näher bringen - aber wie? GMS Med Inform Biom Epidemiol 2005;1(3):Doc19. Available from: http://www.egms.de/en/journals/mibe/2005-1/mibe000019.shtml External link
2.
Pritsch M, Wetter T, Becher H. Konzept und Rahmenbedingungen des Querschnittsbereiches „Epidemiologie, Medizinische Biometrie und Medizinische Informatik“ (Q1) im Rahmen des Reformcurriculums HeiCuMed. In: 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. Freiburg im Breisgau, 12.-15.09.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc 05gmds300. Available from: http://www.egms.de/en/meetings/gmds2005/05gmds515.shtml External link
3.
Forster J. Möglichkeiten des Kompetenzerwerbs in Epidemiologie, Medizinischer Biometrie und medizinischer Informatik. 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. Freiburg im Breisgau, 12.-15.09.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc 05gmds649. Available from: http://www.egms.de/en/meetings/gmds2005/05gmds520.shtml External link
4.
Hilgers RD, Feldmann U, Jöckel KH, Klar R, Rienhoff O, Schäfer H, Selbmann HK, Wichmann HE. Empfehlungen zur Umsetzung der Approbationsordnung für Ärzte vom 27.06.2002 in den Fächern Epidemiologie, Medizinische Biometrie und Medizinische Informatik. GMS Med Inform Biom Epidemiol. 2005;1(1):Doc05. Available from: http://www.egms.de/en/journals/mibe/2005-1/mibe000005.shtml External link