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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Vorstellung eines Modellversuches zur Etablierung einer interaktiven internetbasierten Krebsclusterdatenbank zum standardisiertem Informationsaustausch zwischen Krebsepidemiologie und Umweltmedizin

Meeting Abstract

  • Christiane Unger - Niedersächsisches Landesgesundheitsamt, Hannover
  • Urs-Vito Albrecht - Niedersächsisches Landesgesundheitsamt, Hannover
  • Michael Hoopmann - Niedersächsisches Landesgesundheitsamt, Hannover
  • Olga Albrecht - Niedersächsisches Landesgesundheitsamt, Hannover
  • Stefanie Heidbreder - Niedersächsisches Landesgesundheitsamt, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds216

DOI: 10.3205/09gmds216, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds2168

Published: September 2, 2009

© 2009 Unger et al.
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Text

Einleitung/Hintergrund: In Niedersachsen ist nach Etablierung des Epidemiologischen Krebsregisters und der Erreichung der Vollzähligkeit eine steigende Häufigkeit von Krebsclusteranfragen an das Register zu verzeichnen. Meistens werden diese Anfragen von Bürgern, Politikern und öffentlichen Gesundheitsdienst gleichzeitig sowohl an das Krebsregister als auch an die Umweltmedizinabteilung im Landesgesundheitsamt, evtl. auch an die entsprechenden ministerialen Abteilungen gestellt. Ein einheitlicher Wissenstand aller Beteiligten gilt als Basis einer vertrauensvollen Risikokommunikation mit den Betroffenen. Aus diesem Grund besteht der Wunsch nach einer schnellen notwendigen Vernetzung der Abteilungen, um Bearbeitungsressourcen zu bündeln und redundante Informationsübermittlung zu vermeiden.

Material/Methode: Nach Erstellung eines SOPs auf der Grundlage eines Organigrammes der beteiligten Fachbereiche wurde ein standardisiertes Verfahren zur Informationserhebung und zum Informationsaustausch erstellt. Grundlage hierfür ist eine Access-Datenbank zur Dokumentation der Anfragen und deren Bearbeitung. Diese Datenbank wurde in einer Probephase erstellt und ist im Aufgabenbereich der Vertrauensstelle des Krebsregisters angesiedelt und wird dort gepflegt. Updates werden routinemäßig an die entsprechenden Fachbereiche übergeben. In dieser Datenbank wurde die Dokumentation standardisiert und die reinen Kontaktdaten von den Angaben zu dem vermuteten Cluster getrennt. In einem zweiten Schritt wird diese Datenbank in eine interaktive internetbasierte Version (php/MySQL) übertragen und damit auch dem öffentlichen Gesundheitswesen die Möglichkeit gegeben, bei Anfragen schnell Informationen abzurufen und zu dokumentieren.

Ergebnis: Aufgrund eines standardisierten Vorgehens bei Anfragen zu vermuteten regionalen Krebsclustern nach den Richtlinien der Center of Disease Control zur Clusteruntersuchung wurde für alle beteiligten Institutionen in Niedersachsen ein internetbasiertes System geschaffen, das einen zeitnahen Sachstandsabgleich zwischen verschiedenen Aktionspartnern ohne Zeitverzug oder Versionsunterschiede papiergebundener Dokumentation ermöglicht.

Diskussion: Eine Evaluation des Systems bei Beteiligung des öffentlichen Gesundheitswesen und damit breiter Streuung der Dokumentationspflicht erscheint zur Plausibilitätsprüfung der Daten unumgänglich und sollte bereits bei dem Konzept des Systems berücksichtigt werden.


Literatur

1.
CDC. Guidelines for investigating clusters of health events. MMWR Recommendations and Reports. 1990;39(RR-11):1-16 Available from: http://www.cdc.gov/mmwr/preview/mmwrhtml/00001797.htm (Stand: 30.03.2009). External link
2.
Kommission „Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin“. Empfehlungen für den Umgang mit Beobachtungen von räumlich-zeitlichen Krankheitsclustern. Bundesgesundheitsbl Gesundheitsforsch Gesundheitsschutz. 2009;52:239–25.