gms | German Medical Science

54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Erstellung einer detaillierten Kostenträgerrechnung in der Intensivmedizin auf der Basis eines Patientendatenmanagementsystems – eine Machbarkeits-Studie

Meeting Abstract

  • Sabine Ruffer - Kantonsspital Chur, Chur, Schweiz
  • Dominik Brammen - Universitätsklinikum Magdeburg, Magdeburg
  • Christian Katzer - Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH - Standort Gießen, Gießen
  • Bernd Hartmann - Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, Kaufbeuren
  • Rainer Röhrig - Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH - Standort Gießen, Gießen
  • Axel Junger - Dalhousie University, Hallifax, Canada

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds190

DOI: 10.3205/09gmds190, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds1909

Published: September 2, 2009

© 2009 Ruffer et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Einleitung und Fragestellung: 2004 stieg mit der Einführung eines fallpauschalenbasierten Entgeltsystems, den Diagnosis Related Groups (DRG), der Bedarf an einer umfangreichen Kostenrechnung und -kalkulation auf der Basis einer detaillierten Leistungsdokumentation. Die Herausforderung besteht darin, die angefallenen Behandlungskosten (Einzel- und Gemeinkosten) den verursachenden Kostenträgern eindeutig zuzuordnen [1]. Die Datenbasis der klinischen Informationssysteme nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein [2]. Das Ziel dieser Arbeit war es zu überprüfen, ob die in der klinischen Routine erfassten Daten eines Patientendatenmanagementsystems (PDMS) geeignet sind, eine detaillierte Kostenträgerrechnung auf Teil- und Vollkostenbasis zu erstellen.

Studienumgebung: Die Evaluation fand auf einer operativen Intensivstation mit 14 Beatmungsbetten statt. Das PDMS ICUData (Fa. IMESO GmbH) ist dort seit 1999 produktiv im Einsatz.

Methodik: Der Erfassungszeitraum war das gesamte Jahr 2004. Zur Berechnung der variablen Kosten wurden mittels SQL-Abfragen die einzelnen Therapiemaßnahmen patientenbezogen aus der PDMS-Datenbank extrahiert. Den Ergebnissen wurden die Einzelkosten zugeordnet, welche in einem nachfolgenden Schritt mit verschiedenen Fragestellungen ausgewertet wurden.

Ergebnisse: Die Berechnungen umfassten 1397 Patientenaufenthalte mit einer Belegungsdauer von 105.935h (Auslastung 86%). Alle 1397 Episoden verursachten zusammen Einzelkosten von EUR 1.169.174,72 oder im Durchschnitt EUR 836,92±2720,15. Die Gesamtkosten inklusive der Gemeinkosten betrugen EUR 4.413.615,92 oder im Durchschnitt EUR 3159,35±7.831,97. Bezogen auf die Einzelkosten wurden 61% durch Medikamente, 13% durch Labormedizin und 10% durch Nierenersatzverfahren verursacht.

Den größten Anteil im Gemeinkostenblock stellten die Personalkosten mit 84%. Ein Intensivtag bezogen auf Patienten mit einer Liegedauer über 24 Stunden (n=718) kostete EUR 866±222.

Schlussfolgerungen: Diese Arbeit konnte zeigen, dass durch Verwendung klinischer Daten, dokumentiert und ausgewertet mit Hilfe eines PDMS, eine funktionsfähige Kostenträgerrechnung in Bezug auf die variablen Kosten möglich ist. Durch Standardisierung dieses Verfahrens ist eine umfassende Kostenkontrolle bezüglich der variablen Kosten möglich.


Literatur

1.
Hensen P, Wollert S, Bunzenmeier H, Fürstenberg T. Handlungsbedarf durch die DRG-Einführung: Vorbereitung auf den Wettbewerb. Das Krankenhaus. 2003;5:381-6.
2.
Wahnschaffe P, Schneider T. Wie gut können die ersten deutschen DRG-Kostengewichte sein? Das Krankenhaus. 2002;5:379-87.