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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Qualitätssicherung in der Schlaganfallversorgung für Baden-Württemberg

Meeting Abstract

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  • Susanne Rode - Geschäftsstelle Qualitätssicherung im Krankenhaus GeQiK bei der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft e.V., Stuttgart
  • Thomas Floren - Geschäftsstelle Qualitätssicherung im Krankenhaus GeQiK bei der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft e.V., Stuttgart
  • Ingo Bruder - Geschäftsstelle Qualitätssicherung im Krankenhaus GeQiK bei der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft e.V., Stuttgart
  • Susanne Elsner - Geschäftsstelle Qualitätssicherung im Krankenhaus GeQiK bei der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft e.V., Stuttgart

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds181

DOI: 10.3205/09gmds181, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds1811

Published: September 2, 2009

© 2009 Rode et al.
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Einleitung / Hintergrund: Schnelle Einlieferung in ein geeignetes Krankenhaus, differenzierte Diagnostik, umgehender Behandlungsbeginn und frühzeitig einsetzende Rehabilitation - das sind die Grundvoraussetzungen für einen größtmöglichen Erfolg für die Behandlung eines akuten Schlaganfalls.

Seit 2004 wird in Baden-Württemberg ein flächendeckendes und verpflichtendes Qualitätssicherungsverfahren zur Schlaganfallversorgung umgesetzt. Erfasst werden alle Patienten, die in zugelassenen Krankenhäusern aufgrund eines Schlaganfalls akut versorgt werden. Die Verpflichtung zur Teilnahme am Verfahren basiert auf einem Beschluss des Lenkungsgremiums Baden-Württemberg gemäß den gesetzlichen Vorgaben nach §137 und §112 SGB V.

Material und Methode: Eine eigens eingerichtete Facharbeitsgruppe Schlaganfall gibt regelmäßig Empfehlungen zur Fortschreibung der Dokumentation ab und definiert landesweite Qualitätsziele. Die Geschäftsstelle GeQiK organisiert die Durchführung der Qualitätssicherungsmaßnahmen. Dies beinhaltet z.B. die Bereitstellung der Dokumentationsbögen, die Erstellung des Pflichtenhefts für Software-Firmen, Datenmanagement-Aufgaben (elektronischer Empfang der Erfassungsdaten, Überprüfung der Daten auf Vollständigkeit und Plausibilität, Rückprotokollierung fehlerhafter Datensätze an die Krankenhäuser), Ausformulierung der Qualitätsindikatoren-Datenbank, statistische Aufbereitung der Daten und Übermittlung der Auswertungsergebnisse an die Krankenhäuser sowie die Organisation des so genannten "Strukturierten Dialoges".

Ergebnisse: Seit Einführung des Qualitätssicherungsverfahren zur Schlaganfallversorgung steigt das übermittelte Datenvolumen kontinuierlich an. Im Verfahrensjahr 2008 wurden von 146 beteiligten Krankenhäusern 32.331 Patienten im Sinne der Einschlusskriterien erfasst und ausgewertet. Bereits unterjährig werden in einem Passwort-geschützten Online-Bereich tagesaktuell abrufbare Klinik-Auswertungen zur Verfügung gestellt, welche einen Vergleich der Klinikergebnisse mit den Landesgesamtwerten ermöglichen.

Diskussion / Schlussfolgerungen: Im Rahmen des Strukturierten Dialoges wird den Krankenhäusern die Möglichkeit gegeben, Qualitätsdefizite in der Schlaganfallversorgung zu analysieren und zu beheben mit dem Ziel, das Schlaganfallmanagement vor Ort zu verbessern. Dazu wird das Verfahren ständig inhaltlich an neue Erfordernisse in der Schlaganfall-Qualitätssicherung angepasst. Seit dem Verfahrensjahr 2007 sind in den Datensatz die überarbeiteten Vorgaben des ADSR integriert, um die Abbildung der ADSR- Qualitätsindikatoren und eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse bundesländerübergreifend zu ermöglichen.


Literatur

1.
Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg. Schlaganfallkonzeption Baden-Württemberg. 2005.
2.
Daffertshofer M, Mielke O, Felsenstein M, Pullwitt A, Schuchhardt V, Hennerici MG. Schlaganfallversorgung zeigt Erfolge: Qualitätsmanagement in Baden-Württemberg. Dtsch Arztebl. 2004;101(36):A2391–7.
3.
Heuschmann PU, Biegler MK, Busse O, Elsner S, Grau A, Hasenbein U, Hermanek P, Janzen RW, Kolominsky-Rabas PL, Kraywinkel K, Lowitzsch K, Misselwitz B, Nabavi DG, Otten K, Pientka L, von Reutern GM, Ringelstein EB, Sander D, Wagner M, Berger K. Development and implementation of evidence-based indicators for measuring quality of acute stroke care: the Quality Indicator Board of the German Stroke Registers Study Group (ADSR). Stroke. 2006;37(10):2573-8.