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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Verbesserung des Übergangs von der präklinischen in die klinische Forschung durch "Reverse-Engineering" der klinischen Prüfung

Meeting Abstract

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  • Wolfgang Kuchinke - Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds095

DOI: 10.3205/09gmds095, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds0952

Published: September 2, 2009

© 2009 Kuchinke.
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Einleitung: Die Anforderungen zur erfolgreichen Durchführung von klinischen Studien zur Zelltherapie können komplex sein, da oft Stammzellen, genetisch modifizierte Zellen und Nanopartikel eingesetzt werden. Ein Engpass für die akademische Forschung stellt der Übergang von der präklinischen zur klinischen Untersuchung am Menschen dar [1], [2]. Deshalb stellte sich uns die Frage, wie man Forscher auf einen erleichterten Einstieg in die klinische Studie vorbereiten kann und ob dazu der Ansatz des "Reverse Engineerings" nützlich sein kann?

Material und Methoden: Aufbauend auf dem Portfolio des Transvac Projektes [3], eine Marie Curie Industrie-akademische Partnerschaft, wurde im Rahmen von ECRIN (European Clinical Research Infrastructure Network) [4] eine europaweite Umfrage zur Erfassung der Anforderungen und gesetzlichen Regelungen für klinische Prüfungen mit Zellprodukten, Stammzellen und genetisch modifizierten Zellen durchgeführt. Neben den ECRIN-Zentren wurden Befragungen von regulatorischen Behörden und Analysen von Tiermodellen durchgeführt.

Ergebnisse: Trotz der Harmonisierungsbestrebungen für klinische Studien in der EU [5], gibt es noch erhebliche Heterogenität in der Gesetzgebung, insbesondere im Bereich von Zell- und Gentherapie. Auch für die Auswahl der richtigen Tiermodelle gibt es keine allgemeinen Regeln. Aber aus der Analyse der veröffentlichten Art und Anzahl an Versuchstieren ergeben sich Anhaltswerte für präklinische Studien. Zu berücksichtigen sind zudem Regelungen zum Tierschutz, Tierkosten und Logistik. Die Heterogenität erlaubt es, einige Aspekte präklinischer oder klinischer Forschung in einigen Ländern einfacher durchzuführen als in anderen.

Diskussion: In dem komplexen Bereich der Zell- und Gentherapie kann ein “Reverse Engineering”-Ansatz den Grundlagenforscher mit Anforderungen und Besonderheiten der klinischen Studienkultur vertraut machen, um präklinische Untersuchungen schon mit Hinblick auf die Behördenanforderungen zu optimieren. Verbesserungen lassen sich erreichen durch Schulung in wichtigen Aspekten von Good Clinical Practice, intensiven Dialog mit den Behörden schon während der Entwicklung, sorgfältige Auswahl der Tiermodelle, umfassende Nachweise zur zellulären Sicherheit (Zellmigration, Zelltyp, präneoplastische Veränderungen) und komplette Präsentation von veröffentlichten Forschungsdaten. Dieser Ansatz sollte die Durchführung von internationalen Zelltherapiestudien in ECRIN erleichtern.


Literatur

1.
Middleton S. Priority medicines for Europe and the world, Annex to background paper for review, barriers to innovation in the development of new medicines in Europe and possible solutions to address these barriers. 27 September 2004, WHO Archives. 2004
2.
Volkers P, Poley-Ochmann S, Nübling M. Regulatorische Aspekte klinischer Prüfungen unter besonderer Berücksichtigung biologischer Arzneimittel. Bundesgesundheitsbl Gesundheitsforsch Gesundheitsschutz. 2005;48:408-414.
3.
Transvac: http://www.brc.cam.ac.uk/Trans-vac.htm
4.
Demotes-Mainard J, Ohmann C. European Clinical Research Infrastructures Network: promoting harmonisation and quality in European clinical research. The Lancet. 2005;365(9454):107-108.
5.
EU-Richtlinien: 95/46/EC, 2001/20/EC, 2003/94/EC, 2004/23/EC, 2005/28/EC, 2006/86/EC, CPMP/BWP/41450/98