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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Die Alternative zum fMRT: nonverbale Arzt-Patienten-Interaktion sichtbar machen mit der zweigriffigen Baumsäge

Poster

  • corresponding author presenting/speaker Barbara Bürmann - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Heidelberg, Deutschland
  • author Jochen Spang - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Heidelberg, Deutschland
  • author Nadja Ringel - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Heidelberg, Deutschland
  • author Jobst-Hendrik Schultz - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Heidelberg, Deutschland
  • Wolfgang Herzog - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Heidelberg, Deutschland
  • author Jana Jünger - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Heidelberg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma223

DOI: 10.3205/11gma223, URN: urn:nbn:de:0183-11gma2236

Published: September 26, 2011

© 2011 Bürmann et al.
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Text

Fragestellung: Kernpunkt der medizinischen Lehre im Bereich kommunikativer Kompetenz ist die hilfreiche Arzt-Patienten-Interaktion. Während sich einzelne Aspekte des interaktionellen Geschehens, wie die Anwendung patientenzentrierter Gesprächstechniken, gut beschreiben und beobachten lassen, ist der Beziehungsprozess, wie er sich während des Gespräches ereignet, schwerer zu erfassen und im Studentenunterricht erfahrbar zu machen.

In Heidelberg wurden ausgehend von den Arbeiten der Gestaltkreistheorie Viktor v. Weizsäckers [1] bereits in den 40er Jahren Untersuchungen zur interpersonellen Zweierbeziehung durchgeführt. Christian und Haas [2] entwickelten mit dem Modell der zweigriffigen Baumsäge eine Metapher für die dyadische Arbeitsbeziehung zwischen Arzt und Patient und ein Modell zur experimentellen Untersuchung der Merkmale von Beziehungsprozessen.

Im Rahmen des Gestaltkreislabors [3] wurde dieses Modell in den 80er Jahren erstmals im psychosomatischen Praktikum genutzt.

Methoden: Aufbauend auf den Vorarbeiten wurde ein technisch modernisiertes Modell der „zweigriffigen Baumsäge“ entwickelt, das im Rahmen einer Pilotstudie mit 20 Dyaden (N=40) erprobt wird. Untersucht wird die nicht-sprachliche Interaktion zwischen Medizinstudenten und Schauspielpatienten. Die eingesetzte Kraft beider Personen und die Wegzeitkurve der Baumsäge werden simultan aufgezeichnet und mit der subjektiven Wahrnehmung der Probanden (Fragebögen) in Beziehung gesetzt.

Ergebnisse: Die Auswertung der subjektiven (Differentielle Affektskala, Wahrnehmung der Interaktionsqualität) und objektiven Daten (Kraft/Zeit) werden präsentiert.

Schlussfolgerung: In diesem Beitrag sollen ein Überblick über Theorie und Praxis der „zweigriffigen Baumsäge“ als Möglichkeit zur experimentellen Untersuchung von Beziehungsgeschehen und die Ergebnisse einer Pilotstudie vorgestellt werden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Nutzung für den Studentenunterricht.


Literatur

1.
Christian P, Haas R. Wesen und Formen der Bipersonalität. Grundlagen für eine medizinische Soziologie. Beiträge aus der allgemeinen Medizin. Stuttgart: Enke; 1949.
2.
Hahn P, Jacob W, Klinger L. Gestaltkreislabor: Abschlußbericht/Medizin. Klinik d. Univ. Heidelberg, Abt. 1.1.2., Innere Medizin II. Heidelberg: Universität Heidelberg; 1992.
3.
Von Weizsäcker V. Der Gestaltkreis. Theorie der Einheit von Wahrnehmen und Bewegen. Frankfurt: Suhrkamp; 1940.