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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Das Zellkulturlabor als dritter Lernort zur Vorbereitung auf experimentelle Bachelorarbeiten in Biomedizinischer Analytik

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  • corresponding author presenting/speaker Sylvia Kaap - Fachhochschule Wiener Neustadt, Wiener Neustadt, Österreich

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma203

DOI: 10.3205/11gma203, URN: urn:nbn:de:0183-11gma2037

Published: September 26, 2011

© 2011 Kaap.
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Fragestellung: Die Ausbildung zum Biomedizinischen Analytiker soll neben fachlich-methodischen auch wissenschaftliche Kompetenzen vermitteln (vgl. [2]). Dazu werden experimentelle Bachelorarbeiten genutzt. Der Transfer von erlernten Fertigkeiten im biomedizinischen Analyseprozess auf einen experimentellen Handlungsablauf (vgl. [3]) fällt Studierenden nach 4 Semestern schwer, obwohl sie erfolgreich übliche Labormethoden in Praxiseinsätzen anwenden. Zentralle Frage der Studie ist: Wie kann die „Übung in Zellkultur“ zur Vorbereitung auf experimentelle Bachelorarbeiten erfolgreich genutzt werden?

Methoden: Angelehnt an das Konzept nach Kern et al. [4] erfolgt seit SS 2011 eine neue Einbettung der Übungen am dritten Lernort [1]. Die Evaluation erfolgt mittels Fragebogen, erste Konsequenzen für die Curriculumsentwicklung werden abgeleitet.

Ergebnisse: Vor Beginn der Übung werden 10 Lehreinheiten „Wissenschaftliches Arbeiten“ angeboten, die auf ein konkretes experimentelles Probehandeln in der Übung ausgerichtet sind. Die Studierenden müssen dazu eine experimentelle Projektarbeit erstellen. Fast alle Studierenden (n=24) evaluierten die Lehreinheiten. Zwei Drittel halten die Verknüpfung zwischen Übung und wissenschaftlichem Arbeiten für hilfreich. Obwohl die fachlichen Anforderungen von über 55% als eher nicht bzw. nicht optimal eingeschätzt wurden, fühlen sich die Studierenden knapp mehrheitlich gut auf ihre Bachelorarbeit vorbereitet. Die Lehrveranstaltung „Wissenschaftliches Arbeiten“ erhielt insgesamt eine befriedigende Gesamtnote, die Dozentin eine gute.

Schlussfolgerung: Die Verknüpfung der Lehrveranstaltungen „Wissenschaftliches Arbeiten“ und „Übung in Zellkultur“ erscheinen geeignet, um Studierende auf experimentelle Bachelorarbeiten vorzubereiten. Die qualitative Auswertung der Projektarbeiten ermöglicht ein individuelles Feedback für die Studierenden. Eine Absolventenevaluation am Ende des SS 11 soll weitere Rückschlüsse auf den Erwerb von wissenschaftlichen Kompetenzen liefern.


Literatur

1.
Darmann I. Theorie-Praxis-Transfer in der Pflegeausbildung - Anforderungen an die verschiedenen Lernorte. PR-Int. 2004;4:197-203.
2.
FH-MTD-AV. Verordnung der Bundesministerin für Gesundheit und Frauen über Fachhochschul-Bakkalaureatsstudiengänge für die Ausbildung in den gehobenen medizinisch-technischen Diensten (FH-MTD-Ausbildungsverordnung - FH-MTD-AV). BGBl. 2006;II(Nr. 2/2006).
3.
Grasßhoff G, Casties R, Nickelsen K. Zur Theorie des Experiments - Untersuchungen am Beispiel der Entdeckung des Harnstoffzyklus. Bern; Bern Studies in the History and Philosophy of Science; 2000.
4.
Kern DE, Thomas PA, Howard DM, Bass EB. Curriculum Development for Medical Education - A Six Step Approach. Baltimore; The Johns Hopkins University Press; 1998.