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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Die Lehrveranstaltung "Soziale Kompetenzen im Humanmedizinstudium"

Poster

  • corresponding author presenting/speaker Leonhard Thun-Hohenstein - Paracelsus Medizinische Privatuniversität, UK f.Kinder+Jugendpsychiatrie, Salzburg, Österreich
  • author Gerhard Walter - Privatpraxis Psychotherapie, Salzburg, Österreich
  • author Nora Neissl - Paracelsus Medizinische Privatuniversität, UK f.Kinder+Jugendpsychiatrie, Salzburg, Österreich
  • author Reinhard Larcher - Universität Salzburg, Studentenberatunsgstelle, Salzburg, Österreich

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma155

DOI: 10.3205/11gma155, URN: urn:nbn:de:0183-11gma1550

Published: September 26, 2011

© 2011 Thun-Hohenstein et al.
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Text

Fragestellung: Seit dem Studienjahr 2009 wird an der PMU Salzburg die Lehrveranstaltung „Soziale Kompetenz“ (SOKO) umgesetzt.

Grundlage dieses Konzeptes sind einerseits die Vorgaben des Akkredidierungsrates bzw. der Universitätsstatuten, die folgende wesentliche Punkte beinhalten:

  • Bedürfnisse des Patienten an erster Stelle
  • Patientenorientierte , ganzheitliche Sichtweise in Diagnostik, Therapie und Prävention
  • Patientengerechte, professionelle Kommunikation
  • Problemorientierung, Problemlösungsstrategien
  • Vermittlung ethischer und sozialer Grundsätze ärztlichen Handelns

Der Lehrveranstaltung zugrunde liegt das Basler Consensus Statement „Kommunikative und soziale Kompetenzen im Medizinstudium“. Dabei geht es nicht um die Vermittlung von Konzepten und Theorien sondern um detaillierte Fertigkeiten im Umgang mit Patienten , ihren Angehörigen und dem medizinischen System

Das Salzburger Curriculum umfasst folgende übergeordnete Ausbildungsziele:

1.
Vermittlung und Training sozialer Fertigkeiten im Umgang mit sozialen Situationen im Zusammenhang mit Patientenbetreuung und dem System Gesundheitswesen
2.
Professionalismus und Leadership im Medizinsystem, insbesondere im Umgang mit interdisziplinären, multidisziplinären Gruppen/Teams unter Reflexion der eigenen Person und Rolle
3.
Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst und der Umgebung (Stichwort: Burn-out Prophylaxe)

Methoden:

1.
Zielniveaus: Die Ausbildungsinhalte wurden nach Schwierigkeitsgrad hierarchisiert und nach Fertigkeitsniveau (knows, knows how, does, shows) auf die Studienjahre aufgeteilt
2.
Struktur der Lehrveranstaltung: Die LVA ist auf 5 Jahre angelegt und wird vom selben Dozententeam getragen: Beginners Seminar (20 Stunden SOKO) und 10 Stunden Kommunikative Kompetenz; 1.-3. Studienjahr je 5x4 Stunden; 4.SJ 5x3 Stdunden Professionalität; 5.Studienjahr Abschlussseminar 16 Stunden. Ergänzend wird ein Kleingruppensetting durchgeführt. Jeweils 5 StudentInnen bilden eine stehende Kleingruppe für das jeweilige Studienjahr (im ersten freiwillige Zusammenstellung , ab 2.SJ zufällig). Ziel dieser Struktur sind einerseits der Erwerb von Fertigkeiten der Gruppenleitung, Moderation, Anleiten von zielorientiertem Arbeiten und im der Erwerb von Fertigkeiten im professionellen Rahmen mit persönlichen Belastungssituationen in und durch die Gruppe konstruktiv umgehen zu können. Die Leiter dieser Kleingruppen werden jeweils monatlich einmal supervidiert (Gruppensupervision)
3.
Unterrichtsmethoden: neben klassischem theoretischem Input (Präsentationen, Literatur) werden Klein- und Großgruppenarbeiten, Rollen- und Planspiele, video-gestütztes Training etc. angewandt.
4.
Assessment: Die Benotung umfasst einerseits Anwesenheitskriterien, das Schreiben der Gruppenprotokolle, die Leitung der Kleingruppe und Teilnahme an der Supervision sowie eine Abschlusspräsentation in der Gruppe für die ersten 2 Jahre. Für das dritte Studienjahr ist die Durchführung eines Assessmentcenters geplant, das im 5.Sj wiederholt wird.

Schlussfolgerung: Die bisherigen Erfahrungen sind vielversprechend, die ersten Feedbacks der StudentInnen positiv. Auch die Erfahrungen für die DozentInnen sind sehr positiv, wenngleich der zeiltiche Aufwand in Bezug auf Vorbereitung enorm ist, eine hoher Reflexionsbedarf besteht und eine hohe Bereitschaft persönlichen Einlassens gefordert ist.

Wesentlich für das Gelingen der Lehrveranstaltung einerseits udn die Akzeptanz bei den StudentInnen andrerseits ist eine positive Grundhaltung der gesamten Fakultät nötig, die sich auch in der Integration der Kleingruppenarbeit und Supervision als struktureller Teil der Lehrveranstaltung niederschlagen muss [1].


Literatur

1.
Kiessling C, Dieterich A, Fabry G, Hölzer H, Langewitz W, Mühlinghaus I, Pruskil S, Scheffer S, Schubert S. Basler Conmsensus Statement "Kommunikative und soziale Kompetenzen im Medizinstudium": ein Positionspapier des GMA-Ausschusses Kommunikative und Soziale Kompetenzen. GMS Z Med Ausbild. 2008;25(2):Doc83. Zugänglich unter/available from: http://www.egms.de/static/de/journals/zma/2008-25/zma000567.shtml External link