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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Einfluss der Lehre auf Einstellungen Medizinstudierender zur Psychiatrie und zu psychiatrischen Patienten – ATP-30 versus PEAK-6, eine kontrollierte Studie

Vortrag

  • corresponding author presenting/speaker Olaf Kuhnigk - Universitätsklinkum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
  • author Sigrid Harendza - Universitätsklinkum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
  • author Jelka Meyer - Universitätsklinkum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
  • author Jens Reimer - Universitätsklinkum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
  • author Martin R. Fischer - Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Institut für Didaktik und Bildungsforschung, Witten, Deutschland
  • author Marzellus Hofmann - Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma093

DOI: 10.3205/11gma093, URN: urn:nbn:de:0183-11gma0938

Published: September 26, 2011

© 2011 Kuhnigk et al.
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Text

Fragestellung: Studienziel war es den Einfluss des Hochschulunterrichts und psychiatrischer Vorerfahrungen/ Vorwissen auf die Einstellungen Medizinstudierender zur Psychiatrie und psychiatrischen Patienten zu untersuchen. Weiterhin wurden zwei Testinstrumente zur Erfassung von Einstellungen zur Psychiatrie und psychiatrischen Patienten miteinander verglichen.

Methoden: In einer kontrollierten Studie wurden Einstellungen zur Psychiatrie und psychisch kranken Menschen von 130 Medizinstudierenden vor und nach einem zwölfwöchigem Unterrichtsmodul erfasst und mit einer Kontrollgruppe verglichen. Ergebnisse des Fragebogens „Attitudes Towards Psychiatry - 30“ (ATP-30) wurden mit einem neuen Testinstrument „Psychiatric, Experience, Attitudes and Knowledge – 6 Items“ (PEAK-6) verglichen.

Ergebnisse: ATP-30: In der Interventionsgruppe zeigte sich im ATP-30 keine Veränderung nach Modulende. In der Kontrollgruppe zeigte sich bei höheren Ausgangswerten eine signifikante Verschlechterung im Pre-Post-Vergleich.

PEAK-6: Am Modulende fanden sich in der Interventionsgruppe eine Einstellungsverbesserung zur Psychiatrie und keine Veränderung in der Kontrollgruppe. Einstellungen gegenüber psychisch kranken Menschen verbesserten sich in der Interventionsgruppe nicht, verschlechterten sich signifikant in der Kontrollgruppe. In Bezug auf Wissen über Psychiatrie und psychisch kranke Menschen zeigte sich eine signifikante Verbesserung in der Interventionsgruppe; in der Kontrollgruppe lagen keine Änderungen vor.

Gruppenunabhängig korrelierten hohe Werte im Bereich Vorwissen und Vorerfahrungen in der Psychiatrie signifikant positiv mit positiveren Einstellungen zur Psychiatrie.

Schlussfolgerung: Sowohl psychiatrischer Unterricht als auch Unterricht in anderen klinischen Fächern haben einen Einfluss auf studentische Einstellungen zur Psychiatrie und psychisch kranke Menschen und auf das Wissen über das Fachgebiet der Psychiatrie und dessen Patienten. Der PEAK-6 liefert differenziertere Ergebnisse und zum Teil gegenläufige Ergebnisse zum ATP-30.