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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Besteht ein Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und der Einstellung zur Psychiatrie bei Medizinstudierenden?

Vortrag

  • corresponding author presenting/speaker Laura Weninger - Universität Ulm, Ulm, Deutschland
  • Marc Allroggen - Universität Ulm, Ulm, Deutschland
  • Paul Plener - Universität Ulm, Ulm, Deutschland
  • Thea Rau - Universität Ulm, Ulm, Deutschland
  • Andrea Ludolph - Universität Ulm, Ulm, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma083

DOI: 10.3205/11gma083, URN: urn:nbn:de:0183-11gma0835

Published: September 26, 2011

© 2011 Weninger et al.
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Text

Fragestellung: Persönliche Einstellungen von Medizinstudierenden sind nicht nur von wesentlicher Bedeutung für den angemessenen Umgang mit Patienten, sondern auch für die Wahl der Facharztausbildung. Gerade der Haltung zur Psychiatrie wird eine erhebliche Bedeutung für die Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter für dieses Fach zugeschrieben. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, zu überprüfen, ob bestimmte Persönlichkeitsmerkmale die Einstellung zur Psychiatrie beeinflussen.

Methoden: In einer Online-Umfrage wurden im Zeitraum Okt. bis Dez. 2010 695 Medizinstudierende aller Semester der Universität Ulm untersucht. Verwendet wurden die Fragebögen ATP-35 (Attitude Towards Psychiatry-35, in deutscher Übersetzung) sowie das NEO Fünf-Faktoren-Inventar (NEO-FFI).

Ergebnisse: Die Einstellung zur Psychiatrie war insgesamt positiv. Es zeigte sich ein Zusammenhang mit Persönlichkeitsmerkmalen: eine positive Einstellung zur Psychiatrie korrelierte signifikant positiv mit den Dimensionen Offenheit und Verträglichkeit sowie negativ mit dem Faktor Neurotizismus. Keine signifikante Korrelation ergab sich für die Skalen Extraversion und Gewissenhaftigkeit. Der Wunsch, Psychiater zu werden, korrelierte mit keinem der Persönlichkeitsfaktoren signifikant.

Schlussfolgerung: Studierende, die sich offen für neue Erfahrungen sowie mitfühlend und verständnisvoll einschätzten, hatten eine signifikant positivere Einstellung zur Psychiatrie. Studierende, die sich auf der Skala „Neurotizismus“ (Nervosität, Ängstlichkeit, Gesundheitssorgen) höher einschätzten, hatten tendenziell eine weniger positive Einstellung. Dies könnte ein Hinweis für eine „Schwellenangst“ sein, die viele Medizinstudierende daran hindert, sich mit dem Fach auseinanderzusetzen. Ein gestuftes Heranführen an die Arbeit in der Psychiatrie (mehr Transparenz, Patientenvorstellungen) mit einem früheren Beginn im Studium könnte evtl. dem mangelnden Nachwuchs im Fach entgegenwirken [1], [2], [3].


Literatur

1.
Singer P, Dornbush RL, Brownstein EJ, Freedman AM. Undergraduate psychiatric education and attitudes of medical students towards psychiatry. Compr Psychiatry. 1986;27(1):14-20. DOI: 10.1016/0010-440X(86)90065-9 External link
2.
Strebel B, Obladen M, Lehmann E, Gaebel W. Einstellungen von Studierenden der Medizin zur Psychiatrie. Nervenarzt. 2000;71:205-212. DOI: 10.1007/s001150050030 External link
3.
Pollock DC, Byrne PN, Shanley DF. Personality and performance in psychiatric education. Med Educ. 1982;16(1):44–47. DOI: 10.1111/j.1365-2923.1982.tb01218.x External link