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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Kompetenzerwerb jenseits der Vorgaben von Lernzielkatalogen oder: Wieviel Lernzielkatalog brauchen wir wirklich?

Vortrag

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma004

DOI: 10.3205/11gma004, URN: urn:nbn:de:0183-11gma0045

Published: September 26, 2011

© 2011 Niedermaier et al.
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Text

Fragestellung: Einheitliche Lernzielkataloge definieren transparent und fakultätsübergreifend Kompetenzen, die ein Assistenzarzt am ersten Arbeitstag beherrschen soll. Doch diese Reglementierung des studentischen Lernens birgt die Gefahr, dass das Autonomiebestreben der Lernenden nicht ausreichend Berücksichtigung findet und wichtige Kompetenzen des Lebens-langen Lernens nicht ausreichend geschult werden. In der Neukonzeption des Blockpraktikums Innere Medizin an der LMU München sollen Studierende des zweiten klinischen Semesters daher mit einer Methode des Selbstgesteuerten Lernens vertraut gemacht werden und sich ihre Lernziele bedarfsorientiert selbst definieren [1].

Methoden: Die Studierenden objektivieren vor Eintritt in das Blockpraktikum mit Hilfe eines Fragebogens zur Selbsteinschätzung persönliche Stärken und Schwächen in den Bereichen Fachkompetenz, Methodenkompetenz und Sozialkompetenz. Aus den schwächer bewerteten Bereichen definieren die Studierenden unter Anleitung individuelle Lernziele für das Lernen auf Station. Am Ende des Praktikums kontrollieren die Studierenden ihren Lernerfolg durch das erneute Ausfüllen des Selbsteinschätzungsfragebogens und in der Diskussion mit ihren Kommilitonen und einem Tutor.

Ergebnisse: Mit Hilfe der Einführung dieses an der Fakultät neuen Kurskonzeptes wird ein Anreiz zum selbstgesteuerten Lernen gesetzt und evaluiert. Ist dieses Kurskonzept erfolgreich, so sollen ähnliche Formate über das Curriculum longitudinal das selbstgesteuerte Lernen der Studierenden weiter fördern.

Schlussfolgerung: Durch die Einführung von allgemeingültigen Lernzielkatalogen wird den Studierenden auf-gezeigt, welche Kompetenzen von ihnen erwartet werden und ermöglicht zielstrebiges und ergebnisorientiertes Studieren. Curricula an Hochschulen sollten aber auch individuelle Interessen fördern und selbstgesteuertes Lernen unterstützen. Durch die Ergänzung des Curriculums mit neuen Kurskonzepten zum selbstgesteuerten Lernen kann dieser Herausforderung von Beginn an begegnet werden.


Literatur

1.
Knowles M. Self-directed Learning. A Guide for Learners and Teachers. New York: New York Association Press; 1975.